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Woog City Stompers Quartett

Das Woog City Stompers Quartett
am 19. März 2007 im Weingut Junghof, Undenheim

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Mit dem Swing-Standard „Lady Be Good“, den die Brüder George und Ira Gershwin 1924 für ein Musical komponiert hatten, begann das Woog City Stompers Quartett nach der Mitgliederversammlung des Jazzclub Rheinhessen überaus swingend. Nach einem Intro am E-Piano übernahm der einzige Bläser mit der Klarinette das Thema, unterstützt von der quantitativ wie qualitativ starken Rhythmusgruppe. Im vollbesetzten Weingut Junghof der Familie May-Jung in Undenheim spielte die aus Darmstadt angereiste Formation von Clubmitglied Peter Preker erstmalig für den Jazzclub. Vielen Jazzfreunden bekannt ist Peter Preker auch noch durch seine Beschallungen, die er für Jazzclub-Konzerte z.B. in der Ludwig-Eckes-Halle, Nieder-Olm (Barrelhouse Jazz Gala) oder in der Saulheimer Sängerhalle häufig durchführt.

Die Woog City Stompers gelten als älteste traditionelle Jazzband Darmstadts. Im Herbst feiert die Band ihr 50-jähriges Jubiläum. Während die Rhythmusgruppe mit Günter “Mack“ Mackowiak (E-Piano und Gesang), Peter Preker (Kontrabass) und Carlos Ickinger (Schlagzeug) komplett angereist ist, fehlen von der Frontline Trompeter und Posaunist. In der kleinen Besetzung spielt Dietrich Geldern Klarinette und Altsaxophon.

Nach der Begrüßung von Dietrich Geldern, der auch informativ durch das Programm führte, folgte mit „Moonglow“ ein weiterer Swing-Standard im swingenden Barjazz-Stil. Die vier Jazzmusiker bringen vielfältige Erfahrungen aus der früheren Mitgliedschaft in anderen Formationen bzw. weiteren musikalischen Aktivitäten in die Formation ein, so dass ein spannendes und ausgewogenes Klangerlebnis entsteht. Dabei verbinden sich effektvoll swingendes Temperament und verhaltenes Blues-Feeling, was den besonderen Reiz des Quartetts ausmacht. In häufigen Soli belegen die Musiker, dass sie exzellente Technik mit viel Feeling verbinden können.

So wurden auch einige traditionellen Klassiker zum Besten gegeben wie „The Sheik of Araby“ mit einer Gesangseinlage von Günter Mackowiak oder der stimmungsvoll intonierte „St. Louis Blues“ mit dem groovenden Altsaxophon von Dietrich Geldern, sicherlich einer der Höhepunkte des Abends, gefolgt vom Standard „Margie“ mit “Mack“ am Gesang zum Abschluss des ersten Sets.

Nach einer kurzen Pause rief Dietrich Geldern zur Jam-Session auf. Die One-Man-Frontline des Quartetts wurde durch weitere drei Bläser komfortabel erweitert: Clubmitglied Toni Krebs (Kornett) hatte als Überraschungsgast seinen Lehrmeister Ralph “Mosch“ Himmler (Trompete) mitgebracht. Als weiterer Klarinettist stieß noch Jochen Mahrholdt hinzu. So wurden die Standards „Royal Garden Blues“ und „St. James Infirmary Blues“ von einer “kompletten“ Band intoniert.

Einige Gäste nahe der Band mussten etwas zusammenrücken, damit noch ein etwas sperriges aber dekoratives Instrument, ein Vibraphon, Platz fand, das von Clubmitglied Werner Lohl gekonnt bedient wurde. Mit dem Standard „When You’re Smiling“ spielte sich das wieder neu formierte Ensemble ein, gefolgt von Sholom Secundas Komposition „Bei mir bist du schön“. Der erste Set der Jam-Session endete mit „I Can’t Give You Anything But Love”.

Mit “Mosch” Himmler hatte Toni Krebs ein hochkarätiges Ass aus dem Ärmel gezaubert. Das begeisterte Publikum konnte sich an einem der besten und meistgebuchten Trompeter Deutschlands erfreuen. Obwohl ansonsten nur mit der „crème de la crème“ zu Gange, hatte man bei ihm wie auch bei den anderen seiner jazzenden Mitstreiter den Eindruck, dass es allen ungemein Freude machte, in der tollen Jazzkeller-Atmosphäre vor interessiert mitgehendem Publikum die Kräfte zu messen.

Mit „Bill Baley“, „Careless Love“ und „Indiana“ folgten im zweiten Set der Jam-Session weitere Standards, ehe mit dem eher selten gespielten „Flat Foot Floogie“, einer Komposition des legendären musikalisch-kabarettistischen Duos Slim (Gaillard) & Slam (Stewart) aus dem Jahre 1938 (O-Ton Dietrich Geldern: „es war mir schon immer rätselhaft, was das bedeutet: ich vermute, es ist etwas Unanständiges“), ein abwechslungsreicher und unterhaltsamer Abend zu Ende ging, der fast noch etwas länger hätte dauern können.

Ludwig Lang

 

 

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