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donati_442_web finale_1839_homepage Fred Wesley - 2010 Lillian Boutte und Reimer von Essenbei der Jazz-Gala  2014

Gipsy mit Stephan-Eisel-Quartett

Monsheim, Anhäuser Mühle, Alzyer Str. 15 Gypsy Swing und Klezmer in der Anhäuser MühleSchon nach der ersten Minute von Django Reinhardts „Daphne“ und einem ersten Klarinetten-Solo prasselt ein tosender Applaus nieder auf das Joscho Stephan/Helmut Eisel Quartett in der Anhäuser Mühle. Bei sommerlichen Temperaturen lud der Rheinhessen Jazz Club zusammen mit dem Kulturbüro der VG Monsheim zu einem Open Air Abend mit Gypsy Swing und Klezmer ein. Die „Hochkaräter“, wie VG-Beigeordneter Walter Hahn seine Gäste gewohnt heiter begrüßte, fesselten im voll besetzten Innenhof mit herrlichen Improvisationen auf Klarinette und Gitarre und dynamischem Zusammenspiel.
„Monsheim eskaliert, so haben wir das erwartet“, freute sich Ausnahmegitarrist Joscho Stephan, der sich als moderner Gypsy-Swing-Interpret international einen Namen gemacht hat. Immer an seiner Seite sein Vater Günter an der Rhythmusgitarre, der Joscho die Basis für seine virtuosen Soli gibt. Für den erkrankten Max Schaaf am Kontrabass sprang kurzfristig Jochen Lauer ein, der zu „Minor Blues“ mit einem eigenen Solo glänzte, und seinen Freund, den brillanten und innovativen Klarinettisten Helmut Eisel unterstützte.
Von Konkurrenz der beiden Solisten kann jedoch keine Rede sein. Als musikalisches Duell verkleidet stimmen die beiden immer wieder in ein gelungenes Zwiegespräch der beiden Instrumente ein. Wo Eisel noch die Klarinette knarzend und vibrierend zu einem schrillen Lachen anstiftet, übernimmt Stephan dessen Energie und wandelt sie in virtuose Harmoniefolgen mit präzisem Fingerstyle um und würzt diese noch mit einem frechen Glissando. Ein Quell der Spiel- und Improvisationsfreude, sowohl für die Musiker, als auch für das begeisterte Publikum.
Eisels Eigenkomposition beginnt mit tiefem Bass und einer spanischen Flamenco-Gitarre, ein mystisch-orientalisches Thema, das mit Einsatz der Rhythmusgitarre auch auf die dunkleren Klangfarben der Klarinette übergeht. Schnell entwickelt sich aus diesem wunderschönen Thema doch noch ein traditioneller Klezmer, den Eisel mit halbgeschlossenen Klappen quietschend, pfeifend und seufzend im geschmeidigen Rumba-Rhythmus ausklingen lässt. Und dann gibt es die angekündigte „Fusion“ der beiden Stilrichtungen.
Die Bandbreite der Profis ist groß. Neben Gypsy und Klezmer spielen sie auch den romantischen „Danse Norvegienne“ Nr. 2 von Edvard Grieg, der beim Quartett fast wie ein Blues klingt.
Verträumt bis aufreizend spannungsgeladen, so changieren die Künstler zwischen Traditional, Klassik, Jazz und Musette. In der Eigenkomposition „Papillon“ überrascht Stephan durch arpeggierenden Fingerstyle mit dem für Gypsy Swing typischen Tremolo-Picking der eher modernen Melodie und bei Eisels ergreifender Ballade „Ballad of a Lonesome Maestro“, einer Hommage an den Klezmer-Klarinettisten Giora Feidman, ist es am Ende so still, dass nur noch von irgendwoher ein Käuzchen die Stille durchtrennt. (Wormser Zeitung, Martha Thor)

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