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Riverboat-Shuffle 2010

Riverboat-Shuffle 2010

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Wegen der Fußball-Weltmeisterschaft fand die 14. Riverboat-Shuffle des Jazzclub Rheinhessen, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, an einem Sonntagmittag statt. Der 1.Vorsitzende Karl-Heinz Brück konnte sich über ein ausgebuchtes Schiff freuen. Dank einer größeren Gruppe von Automobilfreunden aus dem Raum Alzey fanden auch die letzten Karten ihre Abnehmer.

Bei optimalem Wetter heißt es um 11 Uhr „Leinen los“ auf dem Riverboat. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Rüdesheim nimmt die “MS Vater Rhein“ Fahrt auf stromabwärts in Richtung Loreley. Im prall gefüllten Oberdeck spielt “Viva Creole“ aus dem Rhein-Nahe-Raum eine Melange aus Rhythm & Blues, New Orleans und Karibik. Im Paradestück “Skokiaan“ entlockt Leader und Pianist Hans-Michael Barth seinem Keyboard verblüffend echt wirkende Steel-Drum-Klänge, während Posaunist Gerald Bambey auch die Bluesharp einsetzt, um den für Bluesstücke typischen Sound entstehen zu lassen: einerseits schwermütig, andererseits aber auch hoffnungsvoll und mitreißend – abgerundet noch durch Manfred Kaisers ausdrucksstarken Gesang. In Gershwin-Kompositionen wie “Oh, Lady, be good“ oder “Summertime“ werfen sich die Bläser Dragan Milicevic an der Trompete und Saxophonist Detlef Erbsmehl die Bälle zu, während Uwe Sirrenberg am Kontrabass und Schlagzeuger Volker Gangluff in kreolischen Titeln wie “Mama Leni“ oder “Laughin’ Samba“ Glanzpunkte setzen.

Etwas gedämpfter geht es im Unterdeck zu: beginnend mit Standards des Latin-Jazz wie “Corcovado“ oder “Black Orpheus“ brennen die „Gassenjungen“ um den Straßburger Laurent Leroi am Knopfakkordeon ein musikalisches Feuerwerk ab. Mit Uli Krug am Kontrabass, Erwin Ditzner an Snare-Trommel und Bongos sowie dem Multi-Instrumentalisten Matthias Dörsam (Saxophon, Klarinette und Querflöte) verwöhnt das Quartett das Publikum mit einem breit gefächerten Repertoire, das vom Swing über Tango, Klezmer, Musette bis zum Walzer reicht.

Während das Riverboat auf dem Weg zur Loreley in schneller Fahrt flussabwärts treibt, bleiben die Freidecks wegen des kräftigen und kühlen Gegenwindes noch weitgehend leer. Nach dem Wenden am Fuße der Loreley ändert sich das schlagartig. Da der Gegenwind nun zum Rückenwind wird, ist es auf den Außendecks fast windstill und die inzwischen durch die Wolken schielenden Sonnenstrahlen erzeugen eine angenehme Wärme. Innerhalb kürzester Zeit strömen die Gäste insbesondere aus dem Unterdeck auf die Freidecks. Freie Plätze werden rar. Anfangs müssen sich die Gäste noch mit dem Sound begnügen, den die Lautsprecher vom oberen Innendeck nach außen übertragen. Für die Sets drei und vier werden die Coleumes vom mittlerweile fast leeren Unterdeck auf das obere Freideck beordert, während Uli Krug vom Kontrabass zum Sousaphon wechselt. Es findet nun „unplugged“ ein kleines Wunschprogramm statt mit den Highlights “Caravan“, “Bei mir bist du schön“ und “Take Five“ in überbordenden Versionen. Als sich dann noch eine ältere Dame in der für sie etwas zu lange geratenen Pause ans Schlagzeug stellt und ein atemberaubendes Solo spielt, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt.

Die mehr als vier Stunden zwischen Bingen und der Loreley vergehen bei bester Stimmung viel zu schnell. Nach dem Anlegen des Riverboats säumen die vier Coleumes-Musiker beide Seiten der Brücke, bis auch der letzte Gast unter den Klängen von „When the Saints go marching in“ festes Land unter den Füßen hat. Bei bester Stimmung geht eine tolle Rheinfahrt zu Ende, die hoffentlich 2011 wieder stattfindet, voraussichtlich dann an einem Samstagabend.

Ludwig Lang

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