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Juliana da Silva

Juliana da Silva
in Monsheim, 2011

Juiana-da-Silva_2011

Es lag an diesem Abend in der Anhäuser Mühle eine verspielte, lockere Atmosphäre in der Luft. Denn mit Juliana da Silva stand eine Sängerin auf der Bühne, die ohne Anspannung die Musik aus sich herausfließen lässt. Begleitet wurde die Brasilianerin vom „Real Jazz Trio“, das in dieser Besetzung bereits seit Ende der 1990er Jahre zusammenspielt.

Bei Juliana da Silva gibt es keine Ecken und Kanten, stattdessen ist alles weich und glatt. Wie eine laue Sommerbrise umwehen, und umschmeicheln die Melodien das Publikum im malerischen Innenhof der Anhäuser Mühle, mal zärtlich, mal neckisch, mitunter auch leidenschaftlich. Da Silva setzt beim Gesang das Vibrato äußerst sparsam ein, ganz im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen.

Viele der Songs an diesem Abend sind in portugiesischer Sprache, doch gibt es auch einige wohlbekannte Klassiker zu hören. So zum Beispiel der von Bill Evans komponierte „Waltz for Debby“, den eine ganze Reihe von Jazz-Interpreten im Repertoire haben. Butterweich der gezupfte Kontrabass von Johannes Schädlich, der sich im Zusammenspiel mit Schlagzeuger Jens Biehl für das verschachtelte Rhythmusgeflecht verantwortlich zeichnet. Am Piano tupft Jean-Yves Jung die Akkorde und lässt der Sängerin allen Freiraum, den sie braucht, um die Melancholie des Augenblicks lebendig werden zu lassen.

Faszinierend gerät da Silvas Interpretation von „Love Dance“, ein Werk des brasilianischen Komponisten Ivan Lins. „Dieses Stück singe ich nicht auf Portugiesisch, weil der Text viel zu traurig ist“, sagt die Sängerin und stimmt stattdessen die englische Version an, die mehr eine nachdenkliche Stimmung erzeugt.

Das „Real Jazz Trio“, von der Sängerin wegen der mit „J“ beginnenden Vornamen der Musiker schlicht „J’s Band“ tituliert, erweist sich an diesem Abend als Kombo von Format. Die ausgedehnten Instrumentalpassagen, die ihnen von der Sängerin eingeräumt werden, zeigen ein Trio, das einfach sehr gut aufeinander eingestimmt ist. Klasse zum Beispiel der flott swingende „Recado Bossa Nova“, der die Musiker in bester Spiellaune zeigt.

Unterhaltsam sind an diesem Abend nicht nur die drolligen Ansagen da Silvas, sondern auch die Moderation vom Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Walter Hahn. Seine Ankündigung, Juliana da Silvas Name, zergehe auf der Zunge wie Schokolade, hat die Sängerin offenbar so beeindruckt, dass sie im Laufe des Abends mehrfach darauf zurückkommt. Auch außerhalb der Musik war der Abend also eine runde Sache.

Bereits zum elften Mal hatte die Jazzinitiative „BlueNite“ die Veranstaltung „Jazz in der Anhäuser Mühle“ organisiert, seit drei Jahren in Kooperation mit dem Jazzclub Rheinhessen. Die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Monsheim sei einfach vorbildlich, lobte Volker Wengert und wies darauf hin, dass dies längst nicht überall der Fall sei.

Text: Gunter Weigand (Wormser Zeitung), Bild: Ludwig Lang

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