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Jazz-Frühschoppen 2007

Jazz-Frühschoppen mit dem St. Philip Street Quintet feat. Bill Sinclair
in Nierstein, 13. Mai 2007

St_Philipp_Street_Quintet

Ein Hauch New-Orleans – Zum Muttertag hatten der Jazzclub Rheinhessen und die Kultur- und Weinbotschafter/innen Rheinhessen zu einem Jazz-Frühschoppen in das Weingut der Geschwister Schuch nach Nierstein eingeladen.

Mit dem New Orleans-Klassiker “When My Dreamboat Comes Home“ legte das St. Philip Street Quintet beschwingt los, ehe Karl-Heinz Brück vom Jazzclub Rheinhessen, Michael Günther vom Weingut Geschwister Schuch und Katharina Huckle von den Kultur- und Weinbotschafter/innen die Gäste im gut gefüllten Kelterhaus begrüßten. Das wunderschön bemalte Kelterhaus wurde vor genau 100 Jahren errichtet und bot damit den idealen Rahmen für den etwa gleich alten traditionellen Jazz, während sich das Weingut bereits seit 190 Jahren im Besitz der Winzerfamilie befindet.

Dass bestimmte Plätze, Orte und Straßen, die in der Jazzgeschichte von Bedeutung sind, Pate stehen für die Namensgebung von Jazzformationen, ist durchaus üblich. So leitet sich auch dieser Name von der St. Philip Street in New Orleans ab, wo Klarinettist George Lewis in der Küche seines Hauses mit Trompeter Bunk Johnson legendäre Aufnahmen produzierten. Das St. Philip Street Quintet, bestehend aus Harald Blöcher (Posaune), Harry Lange (Klarinette), Jutta Klauer (Kontrabass), Henrik Dahn (Banjo) und Tom Schilp (Schlagzeug), hat sich zum Ziel gesetzt, eben diese Art von traditionellem Jazz zu präsentieren, wie er in den kleinen Tanzhallen und bei Privatfeiern in New Orleans seit etwa 1900 gespielt wird.

Trotz der bereits hochkarätigen Besetzung – so gilt z.B. Harald Blöcher unter Kennern als bester deutscher Posaunist im New Orleans-Stil – brachte die aus dem Raum Frankfurt angereiste Band mit Bill Sinclair noch einen Überraschungsgast mit. Der 1940 in Amerika geborene Pianist ist durch zahlreiche Plattenaufnahmen mit Jazzveteranen aus New Orleans weltweit bekannt geworden. Seine Aufnahmen von 1965 mit der sogenannten “December Band“ zählen zu den Besten Ihrer Art. Seit 20 Jahren kommt Bill jedes Frühjahr für einige Monate zu einer Konzertreise nach Deutschland.

Bill Sinclair und seine fünf Mitmusiker verstanden es außerordentlich gut, das für New Orleans typische Lebensgefühl auf ihr Publikum zu übertragen. Hierzu trugen auch die lockeren und humorvollen Ansagen von Jutta Klauer bei, die für den Muttertag die Ballade “Glory of love“ ausgesucht hatte, in der Banjoplayer Henrik Dahn mit einem “Single String Chorus“ glänzte. Die Posaune von Harald Blöcher, der sich in „It’s a long way to Tipperary“ auch als Sänger präsentierte, und die Klarinette von Harry Lange umspielten einander, während Jutta Klauer am Kontrabass, Tom Schilp auf dem Schlagzeug und Pianist Bill Sinclair den Rhythmusteppich mitwebten. Wer authentischen alten New Orleans-Jazz mag, fand sich am Sonntagmorgen in eine der schwülen Bars, Spelunken, Cabarets oder Saloons des Schmelztiegels am Mississippidelta zu Anfang des letzten Jahrhunderts zurückversetzt. Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Tänzer ein geeignetes Plätzchen für ihr Vorhaben fanden. Nach gut drei Stunden Jazz vom Feinsten verabschiedeten sich das spielfreudige St. Philip Street Quintet und ihr amerikanischer Gast mit einem zünftigen „When the Saints go marching in“ vom begeisterten Publikum.

Ludwig Lang

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