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Jazz-Frühschoppen 2015 im Weingut

SAM_Frühschoppen_4053a_websiteDie Gäste des mittlerweile 9. Jazzfrühschoppens, den die Kultur- und Weinbotschafter zusammen mit dem Jazzclub Rheinhessen in diesem Jahr im Weingut Biegler und Brand in Dorn-Dürkheim veranstalteten, suchten sich schattige Plätze unter einem riesigen Baum. Bei optimalem Wetter legte das „St. Philip Street Quintet“, das in einer Nische im Hof Platz genommen hatte, um 11.00 Uhr los mit dem Hot-Jazz-Klassiker “Hindustan“. Rustikale Kleinigkeiten wie Frikadelle mit Kartoffelsalat oder Wurstsalat im Glas sowie Flammkuchen in verschiedenen Variationen passten gut zu Riesling Spätlese trocken oder Weißburgunder classic.
Thomas Huckle, Vorsitzender der Kultur- und Weinbotschafter begrüßte die Gäste und erwähnte in einem Ausblick auf das nächste Jahr gleich drei Jubiläen: 200 Jahre Rheinhessen, 100 Jahre Scheurebe und 10 Jahre Jazzfrühschoppen.
Die St. Philip Street in New Orleans ist dem Kenner des traditionellen Jazz vertraut, weil dort im Haus Nr. 827 der weltberühmte Klarinettist George Lewis lebte. Dies motivierte die Musiker um Jutta Klauer und Harald Blöcher ihr Quintett nach dieser berühmten Straße zu nennen.
Jutta Klauer am Kontrabass, die nach dem Tod des Bandgründers Manfred Buhne die Leitung des Quintetts übernahm und charmant moderierte, bildet mit Tom Schilp am Schlagzeug und Pianist Dominik Dötsch das rhythmische Fundament. Harald Blöcher, der unter Kennern als einer der besten deutschen Posaunisten im New Orleans-Stil gilt, spielt wie sein Vorbild Kid Ory den so genannten Tailgate-Stil. Hierbei wird ein Slide-Effekt, ein Glissando genanntes Portamento (Hinüberschleifen von einem Ton zum anderen) angewendet. Er war auch der dominante Akteur des Ensembles: mit kraftvollem und sonorem Ton blies er Melodielinien, die Gast Horst Aussenhof mit der Klarinette verzierend umspielte. Aussenhof, der für seine Verdienste als Gründer und Leiter der “IKS Big Band“ und der “IKS Swing Kids“ 2014 den Hessischen Jazzpreis erhielt, ist im Hauptberuf Mathematik- und Physiklehrer in Rüsselsheim und spielt als Hauptinstrument Bass-Saxophon.
Außer an den Speisen und tollen Weinen konnte sich das Publikum an zahlreichen Klassikern des New Orleans-Jazz erfreuen. So erklangen das flotte “When my dreamboat comes home“ neben der bluesigen Ballade “Careless love“ oder die Hymne der Geburtsstadt des traditionellen Jazz “Bourbon Street Parade“. Harald Blöcher gefiel auch als Sänger im populären Schlager „Who’s Sorry Now?“ oder in “Shake That Thing“, einem Song aus dem Bereich der Vaudeville Shows mit leicht schlüpfrig-derben Text. Aber auch Jutta Klauer steuerte in der Duke Ellington-Komposition “Mood indigo“ eine unter die Haut gehende Gesangseinlage bei. Ansonsten spielte die Bandleaderin einen soliden Bass, dem sie durch besondere Spieltechniken wie dem Slappen, bei dem die Saite angerissen wird und auf das Griffbrett knallt, was einen perkussiven Klang erzeugt, abwechslungsreiche Akzente setzte, während sich Drummer Tom Schilp durch ein sehr gefühlvolles Spiel auszeichnete. Pianist Dominik Dötsch, der im Blues, Boogie und Stride zu Hause ist, ließ das früher eingesetzte Banjo nicht vermissen.
Wer authentischen alten New Orleans-Jazz mag, fand sich am Sonntagmorgen in eine der schwülen Bars, Spelunken, Cabarets oder Saloons des Schmelztiegels am Mississippidelta zu Anfang des letzten Jahrhunderts zurückversetzt. Nach gut drei Stunden Jazz vom Feinsten verabschiedeten sich das spielfreudige St. Philip Street Quintet mit dem Walzer “Till We Meet Again“ vom begeisterten Publikum. Ludwig Lang

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