B i l d e r
Carla Bley - 2003 chris-barber_2010 lulay_valentyn_zwingenberger_web Lillian Boutte_Reimer von Essen_Clubpage

Dutch Swing College Band

Bläserfront_Clubpage_4618Sidney Bechet war der erste tonangebende Sopransaxophonist des frühen Jazz. Dieser hochexpressive Improvisator sei auch der erste Stargast gewesen, der mit der Dutch Swing College Band auf Tour ging, hat der Leiter der DSC Band, Bob Kaper, herausgefunden. Und Bechet war es, der für die niederländische Band eigens den „DSC-Blues“ komponierte. Im Jubiläums-Konzert zum 70-jährigen Bestehen der Band sorgten Kaper am Alt- und David Lucács am Sopransaxphon vor der Kulisse der gedämpften Trompete und Posaune für den typischen Bechet-Sound.
Zu Beginn des Konzertes des Jazzclubs Rheinhessen in der nicht ganz gefüllten Eckes-Halle stimmten die sieben Musiker aus Holland mit dem melodierhythmischen schnellen „Stomp with the DSC“ die begeisterungsfähigen Zuhörer in den kurzweiligen Abend mit traditionellem Jazz ein, bevor sich die technisch routinierten Jazzer ihrem „Lieblingsmusiker“ Duke Ellington und dessen Komposition „East St. Louis Toodle-Oo“ zuwandten. Zweistimmig kreierten Kaper auf dem Alt- und Lukásc auf dem Baritonsaxophon Ellington-Moods, während Keesjan Hoogeboom mit der gestopften Trompete in die High-Notes stieg. Im Dixieland „The music goes round and round“ wechselte er dann von der Trompete zum Gesang. Überraschend brillierte später Lucásc mit Cab Calloways „Scat Song“, in dem er zu der gleißenden Trompete Hoogebooms und den rhythmisch fließenden Läufen des Gitarristen Ton van Bergeijk auf Teufel komm raus seine Silben aneinander reihte.
Ein Charakteristikum der DSC-Band sind neben dem vitalen Spiel, das selbst in den getragenen Balladen mitschwang, der überschäumende Humor sowie die bühnenreifen komödiantischen Einlagen, die Schlagzeuger Anton Burger in einem ausgedehnten und dynamisch reizvollen Solo in „I got rhythm“ der Gershwin-Brüder George und Ira voll auslebte. Von langsamen Einzelschlägen bis zum rasanten Crescendo, vom hellen Spiel auf den Sticks bis zu donnernden Explosionen auf der Basstrommel, riss er das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin, bevor die Band im Finale mit expressivem Kollektiv eingriff.
In der Klassik hat sich die DSC-Band Frederic Chopin zugewandt. Dessen „Prelude“ verwandelten die Musiker in eine Art Ballade, die sie unter dem Titel „Alto Vocation“ mit singenden Linien auf dem Altsaxophon und dem kontrastierenden Baritonsaxophon interpretierten. Zuvor hatten sie ein Rondo des Klassikers im Arrangements des Swing-Trompeters Charlie Shavers mit einem Ruf-Antwort-Spiel des hell klingenden Alto und des dunkel timbrierten Tenorhorns samt erfrischenden Drum-Breaks präsentiert.
Natürlich durfte im Programm der holländischen Traditionalisten berühmte Standards wie King Olivers „Chimes Blues“ nicht fehlen, in dem das Baritonsaxophon die Rolle der rhythmisch beweglichen Tuba übernahm. In der Zugabe schließlich unternahmen die Musiker zur Freude der Zuschauer einen Streifzug durch die Hitlisten des Dixieland-Revivals, in der Titel wie „Ice Cream“, „When the Saints“ und „Dr. Jazz“ das Publikum zu stehenden Ovationen animierte. Klaus Mümpfer

Schreibe einen Kommentar

<< Dez 2018 >>
MDMDFSS
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6
V e r a n s t a l t u n g e n