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Donati Swing Ensemble 2012

Donati Swing Ensemble

am 10. März 2012 in Wörrstadt

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Duke Ellington nannte Django Reinhardt in seiner Autobiografie einen „der wenigen, wirklich einzigartigen Begabungen unserer Musik“. Das Donati Swing Ensemble, fühlt sich dem Erbe des legendären – im Übrigen notenunkundigen – Jazzgitarristen verpflichtet, und belegt das Ellington-Urteil mit einer faszinierenden Fassung von „Caravan“, jener lasziv gedehnten, orientalisch angehauchten Melodie der Ellington/Tizol-Komposition, die so typisch für den „Jungle-Style“ mit den Growl-Effekten ist. Perkussiv treibend klopft Thomas Nestler den Korpus des Kontrabasses, den Omer Yamaz gradlinig marschierend zupft, während die beiden Gitarristen Wolfgang und Manuel Lang sich zum Hochgeschwindigkeitsspiel steigern. Im Kontrast dazu, aber mit ebenso großem Einfühlungsvermögen, spielt das Ensemble in der gut besetzten Wörrstädter Neubornhalle das getragen und langsam sowie mit Zigeuner-Melancholie vollgesogene „Nuage“ des Gypsy-Gitarristen Reinhardt. Nach einer vom Komponisten gewollt dissonanten und sensibel nachempfundenen Einleitung Manuels wechseln sich Vater Wolfgang Lang und sein Sohn in der Führung der Melodie mit den dramatischen Tremoli und effektvollen Flageoletts ab. Dazu zupft Yamaz auf dem Bass stützend die harmonische Basis. Das vibratoreiche Finale ist ein weiteres Merkmal des klangfarbenreichen Personalstils Django-Reinhardts – ebenso wie das spannungsreiche „Bending“ von Saiten, das Wolfgang Lang ausgiebig praktiziert, um leicht verschmierte „dirty tones“ zu erzeugen. Bestechend ist vor allem das traumhaft präzise „time“-Spiel der beiden Gitarristen.

In allen Stücken streicht und zupft Catherine Brisch die Geige mit mitreißendem Temperament. Sie lässt den Bogen auf den Seiten hüpfen oder das Instrument wie in dem russischen Lied „Dorogoi“ zum klagenden Gesang Nestlers voller Sentiment weinen und schluchzen. In Reinhardts „Minor Blues“ lässt sich die Geigerin auf ein eindrucksvolles Ruf-Antwort-Spiel mit Thomas Nestlers „Blues-Harp“ genannter Mundharmonika ein. Kraftvoll und tragend, ausdrucksstark und intonationssicher setzt sie ihre Stimme in den unterschiedlichsten Kompositionen ein: sei es das schnelle „Neh nah, nah, nah“, „Lullaby of Birdland“ oder „All of me“, in dem der Multiinstrumentalist Nestler mit „Satchmo“-heiserem Organ ihr Duo-Partner ist.

Das Publikum lässt sich von der Spielfreude des Donati Swing Ensembles anstecken. Vielstimmig singt es beim „Mackie Messer“ sowie bei „Dorogoi“ mit und klatscht im Takt bei „Sweet Georgia Brown“ oder beim Flamenco-inspirierten „Bossa Dorado“. Die Zuhörer gehen begeistert mit, wenn Brisch „Bei mir biste scheen“ rau und keck singt und dazu die Geige tanzen lässt belohnen mit Szenenapplaus die Soli und Gags, wie den kurzen Kastagnetten Einwurf von Manuel Lang, dessen rasante Double-Time-Einschübe auf der Gitarre bei Reinhardts „Minor Swing“ oder die Bass-Breaks von Omer Yamaz. Kein Wunder, dass das Publikum die Musiker beim Gemeinschaftskonzert des Kulturkreises Wörrstadt und des Jazzclubs Rheinhessen frenetisch feiert und mit drei Zugaben belohnt wird.

Bild und Text: Klaus Mümpfer

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