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tanya-boutte_essen_gala-2011 Rod Mason und Klaus Wegener 2014 Lillian Boutte und Reimer von Essenbei der Jazz-Gala  2014 Enrico Tomasso und Aureli Tropez

Clubabend im November 2013

„Tradional Jazzmasters“ begeistern im Weingut Junghof

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Mit der “Bourbon Street Parade“ beginnen die „Traditional Jazzmasters“ von Clubmitglied Ludger DeBrouwer recht schwungvoll. Trotz des Regenwetters haben sich fast 40 Jazzfreunde im gemütlichen, mit Kerzen beleuchteten Weingut Junghof der Familie May-Jung in Undenheim eingefunden. Clubvorsitzender Karlheinz Belzer freut sich über den doch guten Zuspruch und berichtet noch kurz über die gerade stattgefundene ausverkaufte Barrelhouse Jazz Gala und weist auf die beiden nächsten Konzerte in Worms und Guntersblum hin.

Etwa sechs Mal im Jahr spielen die Traditional Jazz Masters in Ihrem Stammlokal, der Gutsschänke Bachhof in Mainz-Hechtsheim. Beim Clubabend in Undenheim demonstriert die Band ihr musikalisches Können erstmals auf Einladung des Jazzclubs Rheinhessen.

Allerdings können die Jazz Masters in Undenheim nicht in der Stammformation antreten; so musste diesmal zweifach Ersatz beschafft werden. Mit Idar-Oberstein und der Wetterau hatten zwei Bandkollegen einen beachtlich weiten Anreiseweg. Die Rhythmusgruppe besteht aus Bandleader Ludger De Brouwer am Banjo, der auch singt und moderiert, sowie Udo Kaczorowski am Bass und Udo Beilborn am Schlagzeug. Gerd Joos (Trompete und Gesang), Sven Hack (Klarinette und Altsaxophon) sowie Peter Fett (Tenor-, Bariton- und Sopran-Saxophon, Klarinette) bilden die Frontline.

Den Schwerpunkt im ersten Set bilden traditionelle Stücke aus der Armstrong-Ära wie der „Basin’ Street Blues“ oder „Someday You’ll Be Sorry“. In einigen Stücken tun sich Bandmitglieder als Solisten besonders hervor wie z.B. im letzten Titel des ersten Set “Bei mir bist du schön“, als Klarinettist Sven Hack und Peter Fett mit dem gewaltigen Bariton-Saxophon durch lange Chorusse auf sich aufmerksam machen.

Anstelle der sonst üblichen Jam-Session präsentiert in den beiden Pausen ein neu zusammengestelltes Trio um Clubmitglied Hanns-Klaus Saxer am E-Piano sowie Andrey Zaychikov am Saxophon und Alexander Golub am Schlagzeug, beide aus Russland stammend, soulige Jazztitel wie “Cantaloupe Island“, “Work Song“ und “All Blues“. In Paul Desmonds “Take Five“ glänzt Drummer Golub mit einem fulminanten Schlagzeugsolo. Wenn es noch gelingt, das E-Piano und die Ansagen durch eine geeignete Verstärkeranlage besser zur Geltung kommen zu lassen, könnte Undenheim zur Wiege für ein richtig gutes Jazz-Trio moderner Prägung werden.

Den zweiten Set beginnen die Jazz Masters mit zwei Schlagern der Swing-Ära “It Had To Be You” und “Fly Me To The Moon”, wobei Trompeter Gerd Joos Gesangseinlagen beisteuert. Sehr gefühlvoll geht es zu in Duke Ellingtons “Creole Love Call“ mit zwei Klarinetten (Sven Hack, Peter Fett) und der gedämpften Trompete von Gerd Joos. Ludger De Brouwer führt informativ durch das Programm. Zu jedem Stück hat er eine interessante Geschichte parat. So hatten beispielsweise die beiden letzten Titel des zweiten Sets “Jazz Me Blues“ und der Nonsense-Song „Flat Foot Floogie“ eine besondere Bedeutung in der NS-Zeit, sei es als gepfiffene Erkennungsmelodie unter Jazzfreunden oder durch einen besonderen deutschen Text.

Die Jazz Masters machen in Undenheim einen hervorragenden Eindruck. Da der Abend schon weit fortgeschritten ist und einige Musiker noch einen langen Heimweg vor sich haben, folgt nur noch ein verkürztes drittes Set. Mit Armstrongs heimeligen “What A Wonderful World“ verabschieden sich die Traditional Jazz Masters vom begeisterten Publikum.

 

Ludwig Lang

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