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Caroline Simpson and friends

Caroline Simpson and friends

in Monsheim, 22.8.2010

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Monsheim – Seit 2001 gibt es in der Anhäuser Mühle einmal pro Jahr ein von der Jazzinitiative „BlueNite“, demJazzclub Rheinhessen und dem Kulturbüro der Verbandsgemeinde Monsheim organisiertes Jazzkonzert. Beim ersten „kleinen Jubiläum“ hatte Volker Wengert einen besonders guten Fang an Land gezogen, denn das Quartett „Caroline Simpson & Friends“ bot Jazz, Blues und Soul in wirklich erlesener Qualität.

 „Can I just make some more romance with you”, haucht Caroline Simpson zu Beginn des Konzerts unter freiem Himmel und hat schon das Publikum in ihren Bann gezogen. Obwohl der Song „Moondance“ eigentlich von Van Morrison geschrieben wurde, macht sie ihn sich zu Eigen, nicht zuletzt dank ihrer zuverlässigen Mitmusiker. Mario Fadani zupft die auf- und absteigende Basslinie, während Schlagzeuger Peter Götzmann mit dem Besen den ruhigen Fluss des Songs in die richtigen Bahnen lenkt. Joe Völker brilliert hier zum ersten, aber nicht letzten Mal am Klavier mit seinen melodiösen Einschüben, die Caroline Simpsons soulige Stimme umschmeicheln und Farbe ins Klanggefüge bringen.

Das sattsam bekannte „Sunny“ kommt zu Beginn langsam und bluesig daher, bevor die Band allmählich Tempo und Intensität anzieht. Kraftvoll gerät Caroline Simpsons Interpretation, sie erweist sich als souveräne Sängerin. Doch die ruhigeren Lieder scheinen ihr mehr zu liegen, sie klingt einfach besser, wenn sie von gebrochenen Herzen und verregneten Tagen singt.

Da erklingen „Ain’t no sunshine“ oder Billie Holidays „That ole devil called love“ und sorgen prompt für Gänsehaut. Das Songmaterial von männlichen Sängern liegt der Engländerin, sie macht auch „Georgia on my mind“ zu einem melancholischen Hörgenuss.

Dass es aber auch fröhlicher geht, beweist Caroline Simpson mit dem „One Note Samba“. Die Band schaltet mühelos in einen südamerikanischen Rhythmus um und spielt munter drauf los. Überhaupt dürfte sich jeder Sänger glücklich schätzen, solche Freunde zu haben. Joe Völker schüttelt elegante Melodielinien und satte Akkorde einfach aus dem Ärmel, der Kontrabass fängt bei Mario Fadani beinahe an zu singen. Und auch Peter Götzmann, der meist unauffällig und songdienlich agiert, tritt in „Love me or leave me“ mit einem Solo ins Rampenlicht, bei dem er seine komplette „Schießbude“ bearbeitet.

Letzten Endes zeigte der Auftritt des Quartetts, dass man nicht unbedingt große Bigband-Arrangements benötigt, um gute Songs zum Klingen zu bringen. Klavier, Bass und Schlagzeug reichen da schon aus, wenn man eine Sängerin wie Caroline Simpson am Mikrofon stehen hat.

Von Gunter Weigand (Wormser Zeitung, 24.08.2010)

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