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Music of Jelly Roll Morton

Barrelhouse Jazzband
The Music of Jelly Roll Morton
Barrelhouse Jazz BJ 005

Jelly Roll Morton,1885 in Louisiana oder 1890 in New Orleans geboren – so genau weiß man dies nicht – hat als erster Komponist sowie theoretischer Architekt dieser Musik zahlreiche Klassiker des frühen Jazz geschrieben und viele Generation von Komponisten von Fletcher Henderson bis Thelonious Monk beeinflusst. Seine Kompositionen waren gekennzeichnet durch ausgeklügelte stilbildende Arrangements, in die Soloabfolgen und Improvisationen zwangsläufig eingebettet waren.
Kaum eine andere Formation der Welt hat nach den Worten des Klarinettisten und Saxophonisten Reimer von Essen so viele der berühmten Werke Mortons auf ihre eigenständige Weise interpretiert und nahe am Original gespielt wie die Frankfurter Barrelhouse Jazzband. Dies belegt nun eine Doppel-CD, auf der Einspielungen der Band aus den Jahren 1976 bis 2013 dokumentiert sind. Dazu hat sich die Barrelhouse aus einigen Archiven Aufnahmen entliehen.
Die beiden Scheiben zeichnen zugleich die Entwicklung der erfolgreichsten und renommiertesten Band des traditionellen Jazz in Deutschland nach. Das war unausweichlich, weil die Barrelhouse ohne hauptamtlichen Posaunisten spielt – auch wenn Trompeter Horst Schwarz oftmals zu diesem Instrument greift. Die Band konnte sich also nicht an Mortons Bandaufnahmen orientieren und musste nach von Essens Worten die ursprünglichen Klavierversionen neu arrangieren.
Das Ergebnis lässt sich bei den erfrischenden 19 Stücken auf den beiden CDs nachvollziehen. Eingeschlossen sind zwei Kompositionen, die zwar ursprünglich nicht von Morton stammen, aber durch die Interpretation „mortonesk“ klingen. Im Allgemeinen gibt es ein Wiederhören mit zahlreichen bekannten Klassikern wie dem „Wolverine Blues“, „Marmanita“, „The Pearls“, dem „Original Jelly Roll Blues“ und dem „New Orleans Bump“.
Die Soli sind zwar oft nur kurz wie Cliff Sodens slapped Bass in „Shreveport Stomp“, Christoph Sängers perlendes Piano im „Original Jelly Roll Blues“, die heisere Trompete von Horst Schwarz im „New Orleans Bump“ oder in anderen Stücken das Bariton-Saxophon von Frank Selten oder die „heiße“ Klarinette des Bandleaders Reimer von Essen. Ihre Soli sowie diejenigen der Bandmitglieder Roman Klöcker und Michael Ehret sowie die Kollektive verraten seinsibles Einfühlungsvermögen und virtuose, reife Technik.
Die Doppel-CD ist ein wahrer Ohrenschmaus für die Freunde des traditionellen Jazz und musikalisch weit mehr als nur eine Dokumentation des Schaffens von Jelly Roll Morton, eines der maßgebenden Komponisten und Pianisten der frühen schwarzen Musik in New Orleans.
Klaus Mümpfer

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