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Wolf und Fuhrmann begeistern

Gary Fuhrmann_WebsiteBeim adventlichen Konzert in der evangelischen Kirche St. Victor zu Guntersblum beeindrucken Daniel Wolf und Gary Fuhrmann. Kirchenorgel trifft Saxophon – wie geht das zusammen? Fantastisch – obwohl der Eintritt der Instrumente in die musikalische Welt mehrere Jahrhunderte auseinanderliegt und die Klangcharakteristiken unterschiedlicher nicht sein könnten.
Den Beweis lieferten die Musiker bei dem adventlichen Konzert in der evangelischen Kirche St. Victor zu Guntersblum, zu der die evangelische Kirchengemeinde und der Jazzclub Rheinhessen eingeladen hatten.
Das Künstler-Duo besteht aus Daniel Wolf, Organist in der Gemeinde St. Martin und Chorleiter des Martinschores, sowie Gary Fuhrmann, der zu den herausragenden Saxophonisten des deutschen Jazz zählt.
„Veni, veni Immanuel“, eine Antiphon aus dem 15. Jahrhundert, rief Erinnerungen wach an gregorianische Gesänge in großen Kathedralen. Ein schlichtes und dennoch eindrucksvolles Thema in fünf Versen erklang vor dem Hintergrund des improvisierten Orgelparts.
Aus dem Orgelbüchlein BWV 599 folgte der Orgelchoral „Nun komm, der Heiden Heiland“. Daniel Wolf interpretierte das Werk einfühlsam an der Bechstein-Orgel.
„Anitras Tanz“ und „Solvejgs Lied“ aus der Schauspielmusik „Peer Gynt Suite“ vereinten zwei gegensätzliche Stimmungen: zum einen eine tänzerische, eingängige Melodie, zum anderen eine klagende Weise. Diese impressionistisch verträumte Stimmung war auch Kennzeichen der wunderbaren „Pavane pour une infante defunte“ von Maurice Ravel. Soloinstrument und Orgel bildeten ein wunderbares musikalisches Gesamtbild, bei Wahrung der klanglichen Eigenheiten beider Instrumente.
Ein adventliches Motiv war Grundlage für die von Daniel Wolf an der Orgel gespielte Improvisation, bei der die romantische Disposition der Orgel erkennbar wurde.
Der Hymnus „Conditor Alme Siderum“ (Gott heiliger Schöpfer aller Stern) ist um das Jahr 1000 im Kloster Kempten bezeugt. Gary Fuhrmann, aus der Ferne durch den Kirchenraum schreitend, gestaltete das Thema nachdrücklich. Daniel Wolf an der Orgel bot den klanglichen Hintergrund.
Jazz Standards aus dem Jazzalbum „Maiden Voyage“ (1965) von Herbie Hancock sowie „All Blues“ von Miles Davis (1959) zeigten die Künstler von der jazzigen Seite: Perlende Läufe, Tonverfremdungen und Ausloten des gesamten Tonumfangs kennzeichneten die überaus virtuose Soloimprovisation von Gary Fuhrmann.
Thelonious Monk und Paul Desmond schufen die beiden weltweit populären Evergreens „Round Midnight“ und „Take Five“. Zwei Jazz Standards zum Zurücklehnen und zum Fingerschnippen.
Der Applaus der zahlreichen beeindruckten Zuhörer wurde erwidert mit der Zugabe des traditionellen Adventsliedes „Maria durch ein Dornwald ging“. Der besinnliche Abend endete vor der Kirche bei einem Becher Glühwein und guten Gesprächen.
Bernhard Mayer

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