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Swing-O-Mania handgemacht

Swing O-Mania_08_2015Frischen Schwung und gute Laune zauberte das Quintett „Swing-O-Mania“ am Freitagabend auf die kleine Open-Air-Bühne in der Anhäuser Mühle. Im kopfsteingepflasterten Innenhof der spätklassizistischen Dreiflügelanlage präsentierten die Musiker aus der Pfalz auf Einladung des Jazzclubs Rheinhessen und des Kulturbüros der Verbandsgemeinde Monsheim „akustische Jazzmusik, weil’s akustisch einfach schöner klingt“.
Akustisch, das heißt nicht elektrisch, sondern handgemacht auf Akustikgitarre (Frank Markus) oder Kontrabass (Hans-Joachim Grieb), auf Klarinette und Saxofon (Michael Tropf), sowie auf der Trompete (Ralph „Mosch“ Himmler). Gesang, Percussion und die charmante Moderation von Claudia Albrecht ergänzten das Programm unter der Überschrift „Swing – Bossa – Smooth Jazz … chön charff“.
Die klangvolle und würzige Mischung aus Swing, Jazzstandards, Pop-Songs, französischen Chansons und deutschen Schlagern kombiniert mit der ansteckenden Spiellaune der Musiker kam beim Publikum an diesem Hochsommerabend gut an. Das Ensemble, das 2009 aus der Liebe zum Gipsy-Jazz des französischen Komponisten und Gitarristen Jean „Django“ Reinhardt, der als Begründer des europäischen Jazz gilt, entstand, wurde ein Jahr später komplettiert durch die Sängerin aus Neustadt. Ihrer Heimatverbundenheit verlieh Claudia Albrecht, die seit 2014 Ortsvorsteherin des Winzerdorfes Gimmeldingen ist, durch ihr selbst komponiertes „Pfälzer Stück“ „Alle schlecken sich die Finger…“, kulinarisch-humorvollen Ausdruck.
Im breiten Spektrum der Band, das von klassischen französischen Chansons wie „Champs-Élysées“ von Charles Aznavour und „J’attendrai“ von Jean Sablon, bis hin zu romantischen Evergreens wie „Fly me to the Moon“ und Broadway-Melodien à la „Cheek to Cheek“ von Irvin Berlin reichte, durften weder der Bossa Nova von Antônio Carlos Jobim noch die Zigeunerklänge von Reinhardt fehlen.
Gesanglich voll entfalten durfte sich Frontfrau Claudia beim Cover von „Tainted Love“ von Gloria Jones. Nicht weniger „rotzig“ und überzeugend war ihre Darbietung der beiden Hildegard-Knef-Chansons „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ – „allen Damen gewidmet“ – und „Ich brauch’ Tapetenwechsel“, der die Fabel einer Birke erzählt, die aus ihrer gewohnten Umgebung ausbricht, die das Publikum bei einsetzender Dämmerung zu begeistertem Beifall anregten.
Ihrer ansteckenden Freude an der Improvisation freien Lauf lassen und den Zuhörern ihr virtuoses Können demonstrieren konnten die Instrumentalisten bei der Interpretation des Swingstücks „Bei mir bist du schön“. Mit einer der beliebtesten Oden an die Schönheit der Welt, Louis Armstrongs „What a wonderful World“, entließ „Swing-O-Mania“ schließlich seine dankbaren Zuschauer mit einer kleinen Zugabe in die Sommerferien. Michaela Weber/foto: Ludwig Lang

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