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St. Philip Street Quintet 2014

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St. Philip Street Quintet bei den Wein- und Kulturbotschaftern in Essenheim
Die Gäste des Jazzfrühschoppens, den die Kultur- und Weinbotschafter zusammen mit dem Jazzclub Rheinhessen im Weingut Wagner in Essenheim veranstalteten, strömten in Scharen. Als um 11 Uhr das „St. Philip Street Quintet“ mit dem Hot Jazz-Klassiker “Hindustan“ loslegte, war der große Hof des Weinguts bereits proppenvoll. Thomas Huckle, Vorstandsmitglied beider Vereine, konnte etwa 280 Gäste begrüßen – damit war es der bisher bestbesuchte Jazzfrühschoppen der Reihe.
Die St. Philip Street in New Orleans. Sie ist dem Kenner des traditionellen Jazz vertraut, weil dort im Haus Nr. 827 der weltberühmte Klarinettist George Lewis lebte. Dies motivierte die Musiker um Jutta Klauer und Harald Blöcher ihr Quintett nach dieser berühmten Straße zu nennen. So durfte dann auch die George Lewis-Komposition „St. Philip Street Breakdown“ nicht fehlen, die Gast-Klarinettist Klaus Pehl, der vielen Jazzfreunden als Leiter der Ragtime Society Frankfurt bekannt ist, eindrucksvoll vortrug.
Jutta Klauer am Kontrabass, die nach dem Tod des Bandgründers Manfred Buhne die Leitung des Quintetts übernahm, bildet mit Tom Schilp am Schlagzeug und Pianist Dominik Dötsch das rhythmische Fundament. Harald Blöcher, der unter Kennern als bester deutscher Posaunist im New Orleans-Stil gilt, spielt wie sein Vorbild Kid Ory den so genannten Tailgate-Stil. Hierbei wird ein Slide-Effekt, ein Glissando genantes Portamento (Hinüberschleifen von einem Ton zum anderen) angewendet. Mit originellem T-Shirt mit dem Aufdruck „Der will nur spielen“ gekleidet war er auch der dominante Akteur des Ensembles: mit kraftvollem und sonorem Ton blies er Melodielinien, die Klaus Pehl mit der Klarinette in den höheren Lagen verzierend umspielte.
Der 40-jährige Winzer und Historiker Dr. Andreas Wagner, der mit zwei Brüdern das seit 300 Jahren bestehende Familien-Weingut Wagner in Essenheim betreibt, ist auch als Autor von mittlerweile fünf Kriminalromanen bekannt, die alle mit Wein zu tun haben. Kultur wird bei den Wagners großgeschrieben. Für die Verköstigung hatte das Weingut kleine leckere Gerichte vorbereitet: Gyros-Burger, Riesling-Rosmarin-Fleischkäse, mariniertes Allerlei oder Spundekäs mit Brezelchen standen auf der Karte sowie vorzügliche trockene Weine und Sekte – mir hatte es der 2013er Jean Sauvignon blanc vom sandigen Löss angetan.
Außer an den Speisen und tollen Weinen konnte sich das Publikum an zahlreichen Klassikern des New Orleans-Jazz erfreuen. So erklangen das flotte “When my dreamboat comes home“ neben der bluesigen Ballade “Careless love“ oder die Hymne der Geburtsstadt des traditionellen Jazz “Bourbon Street Parade“. Harald Blöcher gefiel auch als Sänger im nachdenklichen „When your hair has turned to silver“ oder im obligatorischen Schlusstitel „When the Saints go marching in“. Aber auch Jutta Klauer steuerte im Gospel „Just a closer walk“ und in der Duke Ellington-Komposition „Mood indigo“ Gesangseinlagen bei.
So vergingen die drei Stunden wie im Flug. Einige Regentropfen im dritten Set konnten dem erfolgreichen Verlauf des Frühschoppens nichts anhaben. Auf besonderen Wunsch spielte die Band noch “Jambalaya“ als Zugabe. Für die authentische Präsentation des alten Jazz aus New Orleans erhielt das St. Philip Street Quintet reichlich Beifall. Ludwig Lang

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