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Sicheres Gespür für den Jazz

Jutta Brandl im Konzert von Jazzclub und BlueNite

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Jazzstandards, das ist ein gigantischer Katalog von Songs, Traditionen und Stilrichtungen aller Spielarten beinhaltend und immer wieder Herausforderung für die Musiker. Die Sängerin Jutta Brandl hatte in der Anhäuser Mühle eine ganze Bandbreite von Liedern mitgebracht, deren gemeinsamer Nenner ihre klare, reine Stimme und letztendlich auch die vokalistische Interpretation der Musikerin war.

Insofern hatte der Erste Vorsitzende der Blue Nite e.V, Volker Wengert, in Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Rheinhessen erneut ein sicheres Gespür für hohe Qualität bewiesen und ist zugleich der Tradition treu geblieben, zur Sommerzeit immer singende Frauen nach Monsheim zu bringen. Gleich mit dem Opener „I thought about you“ von Jimmy van Heusen merkte man, das Jutta Brandl eine enorm warme Stimme hat, die sie, gefärbt von einem leicht dunklen Timbre, sehr konzentriert einsetzt. Die Begleitmusiker legen hier schon die ersten guten Karten auf den Tisch. Martin Preisers Pianospiel ist geprägt von klarer Themenvariation, betörend verspielten Improvisationen. Johannes Schaedlich am Kontrabass, in der Szene wahrlich kein Unbekannter, passt sich an, weich folgt er Jutta Brandl und ist zugleich ihr stützendes Rückgrat, gerade bei den Scatausflügen der Sängerin.

Trotz einer enormen historischen Bandbreite in der Songauswahl – „Butterfly“ von der populären Gretchen Parlato, „Be still my heart“ von Silje Nergaard bis hin zum bluesigen „Teach me tonight“ – schwebt über dem ganzen Abend der Moment der Leichtigkeit, des rezitativen, manchmal gar des so äußerst schwer herzustellenden „Easy Listening“.

Nicht umsonst gehört Michel Legrands Filmusik „The summer knows“ zu einem der frühen Höhepunkte des Abends. Das Quartett spielt auf den ersten Blick zurückhaltend, lässt die Sängerin sich entfalten, ganz vorzüglich harmoniert man da miteinander, trotzdem trommelt Kristof Körner eruptiv, aber eben nicht dominant, so blitzt immer wieder manches umso schillernder auf.

Jutta Brandl, die mit diesem Hauch von vokalistischer Distanz auch eine gewisse Coolness in die Waagschale legte, durfte nicht ohne Blumenstrauß und Zugabe von der Bühne gehen. Mit dieser exzellenten musikalischen Begleitung bot sie ein spannendes wie gleichwohl sinnliches Konzert.

Text:Gernot Lahr-Mische / Foto: Ludwig Lang

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