B i l d e r
George Duke - 2010 lulay_valentyn_zwingenberger_web schaefer_king_bb_151 Rod Mason_Klaus Wegener

Das Paul Schütt-Quartett

Tradition mit stilistischen Ausflügen

Gemeinsame Sache haben der Heimat- und Kulturverein Neuhausen und der Jazzclub Rheinhessen gemacht: Sie hatten das Paul Schütt Quartett für ein Konzert in der evangelischen Kirche in Neuhausen engagiert. Die vier Musiker um Posaunist Paul Schütt hatten Eigenkompositionen und Standards dabei und sorgten gut zwei Stunden lang für Unterhaltung.

Neben seinem langjährigen Kollegen Helge Wierczeko (Keyboard) hatte der Bandleader für dieses Konzert Bassist Rolf Breyer und Schlagzeuger Holger Nesweda verpflichtet. Trotz nur wenig Probezeit und dem ersten Auftritt in dieser Besetzung überhaupt gelang den vier Profis ein stimmiges Konzert. Kleinere Unsicherheiten im Ablauf der Lieder besprachen die Musiker kurz mit ihrem Bandchef; auf Zuruf und per Nicken und Gesten waren sie auch während des Spiels schnell vom Tisch und kaum zu merken.

Gingen die ersten beiden Nummern, darunter „So What“ von Miles Davis, noch im Kirchengeläut unter, konnte das Quartett sodann mit Eigenkompositionen Schütts punkten. Der Tradition des Jazz verpflichtet leistete sich der Posaunist auch Ausflüge in Funk und Latin. Das Traditional „When The Saints“ wurde zu einem Lehrstück in Sachen Posaunen-Klangfarben, indem er es nicht nur in drei Tonarten, sondern auch mit drei verschiedenen Dämpfern spielte, was das große Tonspektrum des Instruments aufzeigte. Zu einem Höhepunkt des Abends geriet die Nummer „Close To You“ von den Carpenters: Schütt hatte sie sehr, sehr langsam für sein Quartett arrangiert und nutzte einen Dämpfer für einen sehr markigen, blechernen Posaunen-Klang. Das kam sehr gut an und sorgte für

Sowieso gaben sich die Jazzfreunde durchweg aufmerksam – und sehr wohlwollend: Jedes Solo der vier Musiker bedachten die Zuhörer mit Zwischenapplaus. Dabei stach vor allem Bassist Breyer mit seinem Kontrabass hervor, der die Melodiefähigkeit des Instruments mit schnellen Läufen und schönen Linien in den Vordergrund stellte. Trotz ihrer sehr dynamischen, und dabei auch immer wieder sehr leisen Spielweise, hatte die Band mit dem Klang im Gotteshaus zu kämpfen. Vor allem beim Zusammenwirken aller vier Instrumente kam es zu unschönen Überlagerungen. Eine mögliche Erklärung dafür: Nur rund 50 Jazzbegeisterte hatten den Weg in die Kirche gefunden, was wohl nicht ausreichte, um den Schall mehr zu schlucken und für einen trockeneren Sound zu sorgen, wie es bei früheren Jazz-Konzerten an diesem Spielort der Fall gewesen ist. (Wormser Zeitung/Sandra König)

<< Dez 2018 >>
MDMDFSS
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6
V e r a n s t a l t u n g e n