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Riverboat-Shuffle 2008

Riverboat-Shuffle 2008

Riverboat-Shuffle-2008_BlueNite

Wegen der Fußball-Europameisterschaft fand die 12. Riverboat-Shuffle des Jazzclub Rheinhessen an einem Sonntagmittag statt. Tiefhängende Wolken und kühle Temperaturen lassen nichts Gutes verheißen, als die „MS Vater Rhein“ in Bingen ablegt. Eine leichte Brise trägt die Harmonien des New Orleans-Jazz und Swing über den Strom hinweg, auf dessen Fluten das Riverboat ruhig flussabwärts treibt. Die beiden Bands “Red Hot Dixie Devils“ und das “BlueNite Jazz Ensemble“ zaubern mit ihrem Jazz eine prächtige New Orleans-Atmosphäre, die freudig aufgenommen wird. Die immer wieder beeindruckende Kulisse rechts und links des Rheins ergänzt den musikalischen Genuss vollkommen.

Humorvoll moderiert und mit ausgelassener Spielfreude präsentieren die “Red Hot Dixie Devils“ auf dem Oberdeck vorwiegend traditionellen New Orleans-Jazz. In einheitlich schwarzer Kleidung mit roter Weste und Fliege und lustigen Hüten geben die fünf Vollblutmusiker auch optisch ein tolles Bild ab. Unverstärkt spielen mit den vier Bläsern Sven Hack (Altsaxophon), Klaus Gaa (Trompete), Joe Wulf (Posaune) und Paul Schütt (Sousaphon) sowie dem Banjoplayer Christian Lassen erfahrene Jazzer. Neben New Orleans-Standards wie „Tiger Rag“ oder „Ice Cream“, melancholischem Blues wie „Careless Love“ oder einem Spiritual wie „Down by the Riverside“ bietet das Quintett ein breites Repertoire. Aber auch mit der Verjazzung von volkstümlichen Melodien wie „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn“ oder „Wochenend und Sonnenschein“ kommen die “Dixie Devils“ bei den zahlreichen Gästen auf dem Oberdeck gut an.

Wem der Jazz auf dem Oberdeck zu traditionell ist, kann sich eine Etage tiefer dem traumhaft eingespielten BlueNite Jazz Ensemble zuwenden. Gitarrist Ede Janson, Oliver Baltz am E-Piano bilden mit Sebastian Mettenheimer am Tenorsaxophon und dem Drummer Volker Wengert die Kernbesetzung der Wormser Session-Band. Komplettiert wird das Ensemble noch vom Kontrabassisten Gernot Kögel und der studierten Jazz- und Pop-Sängerin Carmen Selzer. Zudem wird als „special guest“ Jazzclub-Mitglied Werner Lohl am attraktiven Vibraphon präsentiert. Jazz-Standards aus den Sechzigern wie „Blue Bossa“, „St. Thomas“ oder „Cantaloupe Island“ werden vom Publikum mit viel Applaus bedacht wie auch Carmen Selzers Gesangseinlagen vom „Girl from Ipanema“ oder „As time goes by“. Besonders beeindruckend ist ihre Interpretation der Ballade „My funny Valentine“ wie auch die subtil vorgetragenen Versionen von Django Reinhardts „Nuages“ oder Antonio Carlos Jobims „Aqua de beber“ in kleiner Instrumentalbesetzung.

Nach Erreichen des Wendepunktes Loreley setzt leider Regen ein und beschert den Bands volles Haus auf beiden Decks. Ein längeres Nebeneinander der „MS Vater Rhein“ mit dem Raddampfer „Goethe“ lässt Mississippi-Flair aufkommen. Während nach über vier Stunden Fahrzeit zwischen Rüdesheim und Bingen das BlueNite Jazz Ensemble im Unterdeck Horace Silvers „Song for my father“ als letzte Zugabe präsentiert, geleiten die „Dixie Devils“ nach dem Anlegen des Riverboats die über 300 Gäste unter den Klängen des Schlagers „Hallo kleines Fräulein“ von Bord. Bei bester Stimmung geht eine tolle Rheinfahrt zu Ende.

Ludwig Lang

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