B i l d e r
band_web_2258 Carla Bley - 2003 Jiggs Whigham und Henrico Tomasso Enrico Tomasso und Aureli Tropez

Pitch the Fork 2011

Pitch the Fork 2011

Pitch-the-Fork_2011

Jazzmusiker wissen: Der Blues ist der kleinste gemeinsame Nenner. Die AZ Big Band und die Frauen-Formation Pitch the Fork wählen deshalb für ihre Session Duke Ellingstons „C Jam Blues“, dessen Grundmotiv aus einer einfachen Rhythmusfigur auf dem Ton „c“ besteht. Doch die Musiker der beiden Bands zeigen den begeisterten Zuhörer in der Wörrstädter Neubornhalle, was man mit der doppelten Besetzung in einigen Positionen aus einem scheinbar einfachen zwölftaktigen Blues zaubern kann. Sensible Zwiegespräche zwischen der Kontrabassistin Maria Schmitt und dem E-Bassisten Martin Merkelbach animieren den Dirigenten Jens Hunstein zum Zwischenruf „once more“. Ein Duett der Tenorsaxophone, eine Intro mit zwei Pianos und ein vom Publikum stürmisch gefeierter Drum-Battle mit Walter Heeb und Thea Florea sowie vor allem das stimmgewaltige Duo April King und Rüdiger Schäfer runden ein Konzert ab, in dem Pitch the fork und die Big Band zunächst jeweils alleine auf der Bühne standen.

Es war die Idee des Vorsitzenden Karl-Heinz Brück, beide Bands zusammenzuführen. Mit anhaltendem Applaus bestätigen die Besucher, dass dem Jazzclub Rheinhessen mit dem Doppelkonzert ein glänzender Jahresabschluss seiner Veranstaltungsreihe gelungen ist. Kein Kommentar könnte passender sein, als der Count Basie-Titel, den Vokalisten und Bands zum Abschluss anstimmten: „Well allright. Okay, you win“.

Frontfrau von „Pitch the fork“ ist die Sängerin April King mit ihrer bluesig verrucht klingenden Stimme. Das Publikum liebt King, wenn sie in gebrochenem Deutsch humorvoll moderiert. Im gezähmten „Tokio Blues“ von Horace Silver treffen sich Tenorsaxophonistin Doris Hebauf, Trompeterin Magumi Roth und die Sängerin zu einer dreistimmigen Passage. „Bei „Shadows in the rain“ steigt die Trompete transparent in die gemäßigten High Notes. Mit perlenden Notenlinien besticht Konny Kopf. Das Publikum klatscht jubelnd mit, als die Frauen-Band den Big Maybelle-Hit „One monkey can´t stop the show“ anstimmte, in dem schließlich auch die Bassistin und die Schlagzeugerin Gelegenheit für ein kurzes Solo erhielten.

Ein Affe könnte die Show nicht stoppen, doch die Bühne musste für die AZ-Big-Band freigemacht werden, die das Publikum mit Glenn Millers All-Time-Hit „In the Mood“ in die Welt des Swings entführte. Dirigent Jens Hunstein hat das Orchester im Griff. Die Bläsersätze kommen präzise (von einer kleinen Unsicherheit im „Woopin´Blues“ abgesehen), die Rhythmusgruppe mit dem vorzüglichen Pianisten Wolfgang Thomas stützt solide. Reizvoll interpretiert Birte Seiz den Song „Fever“ auf der Posaune, bevor die Bläser das Thema vielstimmig übernehmen. Sinatra-Stimmung trifft Sänger Rüdiger Schäfer in „So geil ist Berlin“ sowie in dem Evergreen „New York, New York“. Trompeterin Tanja Bärtsch nähert sich dem prägnanten und klaren Ton Chuck Magiones in dessen Ohrwurm-Komposition „Children of Sanchez“ In der treibenden Swing-Komposition „Take the A-Train“, der Erkennungsmelodie des Ellington-Orchesters, belegt die AZ-Big Band abschließend mit sattem Sound sowie gutem Time-Spiel technische Reife und musikalisches Gespür.

Klaus Mümpfer

Schreibe einen Kommentar

<< Dez 2018 >>
MDMDFSS
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6
V e r a n s t a l t u n g e n