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donati_442_web hunt_rudefoth_henry_barber_farler_webl_2255 Lillian Boutte und Reimer von Essenbei der Jazz-Gala  2014 Enrico Tomasso und Aureli Tropez

Orgel trifft Saxophon

Duo-Konzert mit Gary Fuhrmann und Daniel Wolf

 

Adventsauftakt in der Hochheimer Bergkirche mit zwei Instrumenten, die man nicht häufig zusammen hört: „Saxophon trifft Kirchenorgel“ war das Motto des Adventskonzertes, das der Jazzclub Rheinhessen und die evangelische Gemeinde St. Peter veranstalteten. Mit dabei waren zwei Meister ihres Faches: Organist Daniel Wolf und Jazz-Guru Gary Fuhrmann entlockten den Instrumenten virtuose Töne. Es gehört eine Gabe dazu, zwei unterschiedliche Instrumente so präzise koordinieren zu können.

In der adventlich geschmückten Bergkirche saßen sich die Zuschauer in zwei Blöcken gegenüber, um den Blick nach rechts in den Altarraum und nach links oben an die Orgel zu haben. Mit seiner Saxophon-Interpretation von Johann Sebastian Bachs „Cello Suite“ verlieh Fuhrmann dem Werk eine neue Stilistik. In Edward Griegs verspielt-fröhlichem „Anitra’s Tanz“ aus der „Peer Gynt Suite“ war das Saxophon für die leicht-beschwingte Melodie zuständig, während die Orgel für die Begleitung verantwortlich zeichnete.

Überhaupt war der Anteil der beiden Instrumente fair gelöst und stimmig inszeniert. „Solvejgs Lied“ – ebenfalls ein Teil der Schauspielmusik zu Ibsens Drama – vermittelte nicht weniger lebhaft als das vorige Lied mit seinen vielen Staccati eine gewisse Unbekümmertheit und Gelassenheit; jene Werte, die der Adventszeit zugrunde liegen sollten. „Einen guten Einstieg in den Advent“ sollte das Konzert sein, versprachen Wolf und Fuhrmann. „Wir sind auf Lieder gestoßen, die alle aus dem Advent stammen und relativ alt sind.“

So etwa die „Pavene pour une infante défunte“ von Maurice Ravel aus dem 19. Jahrhundert. Auch dieses Werk war geprägt von einer Vitalität, die die frohen Klänge des Saxophons noch verstärkten. Zwei Soli waren für ein jedes Instrument eingeplant; im Orgel-Solo bewies Wolf düster-bedrohlich sein virtuoses Improvisationstalent. Demgegenüber stand Fuhrmanns farbenfrohes Saxophon-Solo, bei dem sich zeigte, dass der Jazz-Musiker nicht umsonst Jazz-Preisträger der Stadt Worms (2009) ist. Zum Schluss seines Solos stand augenzwinkernd die markante Melodie des „Big Ben“.

Höhepunkt des Konzerts war das tausend Jahre alte Lied „Conditor Alme Siderum“: Fuhrmann begann seinen Part in der hintersten Ecke der Kirche und trat langsam immer weiter in den Altarraum hinein, während Wolf ein Register nach dem anderen dazu zog, bis hin zum opulenten Tutti.

Eine Herausforderung für den Organisten war es, seinem Instrument die flotten Jazz-Rhythmen von Herbie Hancocks „Maiden Voyage“ zu entlocken. Auch hier gab das Saxophon den melodischen Ton an. Mit einer der bekanntesten Jazz-Weisen, „Take Five“, schloss das Konzert unter großem Applaus der zahlreichen Zuschauer. Der Spendenerlös wird in die Orgelsanierung und weitere Konzerte in der Bergkirche fließen.

                        Christian Mayer

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