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Jazz-Frühschoppen 2012

Jazz-Frühschoppen mit St. Philip-Street-Quintet,
13.05.2012

Philipp-Street_Clubsite

Framersheim, die Sonne lachte zwar vom blauen Himmel mit weißen Wolken, doch die Temperatur blieb kühl. Die Stimmung der Besucher des Frühschoppenkonzertes im idyllischen Hof desWeingutes Dr. Hinkel in Framersheim „wärmten“ sich deshalb eher an den Klängen des „Hot-Jazz“, zu dem der Jazzclub Rheinhessen sowie die Kultur- und Weinbotschafter gemeinsam eingeladen hatten. Ganz offensichtlich ist die Liebe zum alten Jazz ungebrochen, denn der Winzer musste zusätzliche Tische aufstellen, weil unerwartet viele Familien, Ehepaare und Gruppen den Muttertag für ein Jazzpicknick nutzen wollten. Die Zuhörer genossen so zur deftigen Wildbratwurst, dem aktuellen Spargeltoast oder Kartoffelwaffeln mit Lachs jene Klänge aus New Orleans, die den Beginn des Jazz kennzeichnen.

In der Küche des Hauses Nummer 28 der St. Philip-Street in New Orleans wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Aufnahme von Bunk Johnsons Musik Jazzgeschichte geschrieben. Dies motivierte die Musiker um Jutta Klauer und Harald Blöcher ihr Quintett nach dieser berühmten Straße zu nennen.

 Im Konzert ließ Jutta Klauer auf dem Kontrabass in Slaptechnik die Saiten knallen oder stützte gradlinig, Schlagzeuger Tom Schilp ließ die Besen über den Fällen kreisen, Dominik Dötsch griff perlende Läufen auf den Tasten. Harald Blöcher blies auf der Posaune mit kraftvollem und sonorem Ton Melodielinien, die Dieter Ludwig mit der Klarinette in den höheren Lagen verzierend umspielte.

Das Publikum erfreute sich an den zahlreichen Klassikern des New Orleans-Jazz. So erklangen die Hymne der Geburtsstadt der schwarzen Musik, die „Bourbon Street Parade“, und das lässige „I wish, I could dance like sister Kate“. Die Band öffnete das Tor zur Karibik mit dem kreolisch angehauchten „Mama Inez“, zollte dem Blues Referenz mit dem balladesken „I am alone, because I love you“. Posaunist Blöcher gefiel auch als Sänger jener Kompositionen, die entweder von der Liebe handelten oder gar leicht schlüpfrig-derb getextet waren. Natürlich durfte der „St. Philip Street Breakdown“ nicht fehlen.

Das zweistimmige Spiel der Bläser-Frontline mit dem Posaunisten Blöcher und dem Klarinettisten Ludwig bestimmte den Sound der Quintetts, in dem Bassistin Klauer stärker noch als Drummer Schilp das rhythmische Fundament legte. Pianist Dötsch ist im Blues und Boogie zuhause, bestach in diesem Konzert vor allem mit Stride-Spiel auf dem Keyboard.

Kein Wunder, dass sich die Freunde des kultivierten New-Orleans Jazz im Hof des Weingutes nach gelungenen Soli immer wieder zu spontanem Applaus hinreißen ließen. Jazzclub sowie Wein- und Kulturbotschafter waren mit dem Zuspruch des Frühschoppenkonzertes ebenso zufrieden wie der gastgebende Winzer.

Klaus Mümpfer

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