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Jackson Singers

Jackson Singers

in Nieder-Olm

Jackson_Singers

„Do you believe tonight“ ruft die Sängerin Rashunda Clement in den Saal und die mehrhundertköpfige Gemeinde in der Nieder-Olmer Ludwig-Eckes-Halle antwortet zunächst etwas zaghaft, dann immer kräftiger „Yeah, yeah“. Die Predigerin auf der Bühne mit dem stimmgewaltigen Rückhalt der restlichen Mitglieder der Jackson Singers stimmt ein Spiritual an, eines jener religiösen nordamerikanischen Sklavenlieder, die einst bei den Erweckungsgottesdiensten zur ekstatischen Ausbrüchen der Gläubigen führten, die mit Händeklatschen und Fußstampfen begleitet wurden. Auch heute in Nieder-Olm stehen die Zuhörer, klatschen in die Hände und wiegen die Körper im Takt. „I sing, because i´m free“ bekennt die Gruppe, die von dem 2002 verstorbenen Robert Jackson gegründet worden war. „Wir praktizieren Nächstenliebe durch Gospel – dazu haben wir zwei internationale Quellen: die Bibel und die Musik“ hatte Jackson verkündet und die Nachfolger halten sich trotz einiger Umbesetzungen strikt an dieses Bekenntnis. „Lord – you are good“ singt Carolyne Pirulli mit weit tragender Stimme und beendet ihren Song mit einem glückseligen „Halleluja“. Joyce Lyle betet inbrünstig „This little light“ und shoutet mit einer Wucht, die wohl die meisten Blues-Singer in den Schatten stellen würde, bevor sie die Jackson-Singers und das Publikum mit einem mitreißenden „When the saints go marchin´ in“ die Pause verabschiedet. Gospels, die stärker als die Spirituals von Blues und Jazz beeinflusst wurden, sind die zweite Stütze dieser Gesangsgruppe, die von Fitzroy Burroughs groovend und choreografisch geleitet wird.

In den Gewändern von Predigern singen und tanzen Carolyne Pirulli, Rashunda Clement, Joyce Lyle, Boysie White, Brad Summers Brian Barnes und Fitzroy Burroughs zu dem rhythmischen Background von Merome Sweeb am Piano, des Bassisten Thomas D. White und des einzigen Weißen in dieser Runde, des Schlagzeugers Dennis Nowak. Brian Barnes zieht mit Erfolg das begeisterte Publikum in das traditionelle Ruf-Antwort-Spiel von Vorsänger und Gemeinde mit ein. „Oh happy day“ schallt es lautstark und taktgerecht aus dem Saal zurück. Die „Schwestern und Brüder“ erleben die sakrale Wucht der Lieder, erleben die Intensität eines afro-amerikanischen Gottesdienstes – wenn auch ein wenig mit Show und Entertainment versetzt. „Boysie White singt „Amazing Grace“ auf ergreifende Weise, Rashunda Clement ihr „Going up yonder“ mit spiritueller Kraft. In so einer Gospel-Session darf natürlich „He´s got the whole world in his hand“ nicht fehlen, in dem die stehende Gemeinde die Vorsängerin Carolyne Pirulli sicher und kraftvoll begeleitet. Halleluja, was für ein mitreißender Abend für den gastgebenden Jazzclub Rheinhessen, der sich für das Konzert höchstens noch mehr Gäste gewünscht hätte.

Klaus Mümpfer

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