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International Trio mit Olivier Franc 2017

SAULHEIM. Das International Trio mit dem Schlagzeuger Trevor Richards, dem Pianisten Paul Asaro und Reimer von Essen präsentiert im Quartett mit dem Sopransaxophonisten Olivier Franc musikalische Kleinodien des traditionellen Jazz. Kompositionen von Sydney Bechet und Mezz Mezzrow stehen auf dem Programm, denn Franc gilt nach wie vor als authentischster Vertreter der Bechet-Schule. Der Musiker spielt auf dem Saxophon des legendären Meisters, das einst ein reicher Jazzfan für umgerechnet 117 000 Euro ersteigerte und ihm überließ. Kreolische Rhythmen und heißer New-Orleans Jazz füllen in diesen Apriltagen die altehrwürdige Sängerhalle und bringen das Publikum zum Swingen.

Reimer von Essen und Olivier Franc kommunizieren sicher im Ruf-Antwort-Spiel. Sie improvisieren mal mehrstimmig, mal Unisono zur rhythmischen Basis des Drummers Trevor Richards, der sensibel und mit unheimlichem Gefühl für „time“ sowie Präzision trommelt. Mag sein dass der Schlagzeuger zu selten aus routinierten Trommel-Figuren ausbricht, seine Soli sind der Bewunderung wert. Mag auch sein, dass Olivier Franc zu wenig in dynamischen Abstufungen zugunsten stetigen Powerspiels in den hohen Lagen bläst. Das Publikum des Konzertes feiert die Künstler begeistert und beklatscht die Soli frenetisch. Dazu zählt auch Oliviers Solo „I had it, but it´s all gone now“.

In Olivier Francs Saxophon-Spiel verbinden sich der Blues der schwarzen Amerikaner mit der Lebensfreude der Franzosen, wie es vor vielen Jahren Sydney Bechet im Solo oder im Duo mit dem Klarinettisten Mezz Mezzrow vormachte. Reimer von Essen spielt die Klarinette mit der Erfahrung eines fast 77-Jährigen, der seit Jahrzehnten den alten Jazz be- und erlebt und beispielsweise mit der Barrelhouse Band immer wieder erneuert hat. Sidney Bechet, dessen Kompositionen der Abend in Saulheim vor allem gewidmet war, zählte neben Jelly Roll Morton und Louis Armstrong zu den wichtigen Solisten des frühen Jazz.

Seit einigen Jahren im International Trio, das nach seiner Gründung 1981 die legendären Pianisten Art Hodes und Ralph Sutton präsentierte, ist der 49-jährige Paul Asaro aus Chicago. Er zählt zu den Vertretern des Stride-Piano- und Ragtime-Stils. Mit einem feinen Gespür mischt er die Tradition des Zweihand-Spiels mit den komplizierten Bassläufen der linken und den synkopierten Figuren der rechten Hand in den Höhen zu einem eigenen persönlichen Stil. Sein perlendes Tastenspiel begeistert besonders in den Solo-Stücken im Saulheimer Konzert die rund einhundert Fans, die gekommen waren, um die Musik aus der Geburtsstätte des Jazz und den Harlem Swing zu erleben. Sie genießen aber auch „Mood Indigo“ aus der Feder von Duke Ellington und Asaros Interpretation des Klassikers „Tea for two“. In der Zugabe belohnt das Quartett die begeisterten Zuhörer mit „Maryland“, in dem Melodieteile des Weihnachtsliedes „Oh Tannenbaum“ stecken.

Klaus Mümpfer

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