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Freude mit Klezmer

Freude mit Klezmer

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Der Jazzclub Rheinhessen, die Verbandsgemeinde Monsheim und der Verkehrsverein Südlicher Wonnegau präsentierten in der Anhäuser Mühle das „Klezmer Quartett Heidelberg“. Vor nahezu ausverkauftem Haus zeigte sich das kurpfälzische Vier-Mann-Ensemble in Bestform.

Schon mit den ersten Takten machte die Heidelberger Klezmer-Kapelle ohne Umschweife klar, wo der „Rabbi den Most holt“. Mit einer guten Portion Spiel- und Feierlaune zelebrierten die vier Top-Musiker die Ouvertüre zu ihrem zweistündigen Klezmer-Programm in einer temporeichen Bulga. Der eine oder andere hätte an diesem Samstagabend vielleicht mehr Jazz auf der Monsheimer Bühne erwartet, aber die vier Vollprofis Martin Leckebusch (Geige), Roland Döringer (Bass), Holger und Jörg Teichert (Klarinette/Gitarre) scherten sich keinen Deut um programmatische Vorgaben, blieben sich treu bis zur letzten Zugabe und ließen am Ende nur eines vermissen: Tische, auf denen man ausgelassen das Tanzbein hätte schwingen mögen.

Ganz gleich, wie es die vier Virtuosen auch anpackten, stets stand die Seele der Jahrhunderte alten Traditionsmusik im Vordergrund. Mal frenetisch polternd, mal melancholisch treibend, – die Heidelberger spielten ihren „jiddischen Blues“ mit Zuneigung und Hingabe. Als echter „Ohrenöffner“ erwies sich dabei Holger Teicherts Klarinette. „Zu Tode betrübt“ lockte der Holzbläser seine Zuhörer in ausufernde Stimmungsschwankungen, lieferte sich himmelhoch jauchzende Dialoge mit Martin Leckebuschs Violine oder grunzte und grantelte als percussives Effektgerät.

Nicht minder aufsehenerregend: Martin Leckebuschs Violinarbeit. In atemberaubenden Tempi stellte sich der Geiger immer wieder echten Herausforderungen und machte mit seinen phantastischen Improvisationen spielend Lust auf mehr. Jörg Teicherts Gitarre und Roland Döringers Bass lieferten mit bester Rhythmik das klangliche Sahnehäubchen einer nicht ganz so jazzigen Jazzveranstaltung, der die Heidelberger „Musik-Rabbiner“ mit „Bei mir bist du schön“ schließlich doch noch Tribut zollten. Doch auch ohne den Klassiker der Andrew Sisters hätte man nichts vermisst. Die energiegeladene Vorstellung des „Klezmer Quartetts Heidelberg“ ließ keine musikalischen Wünsche offen.

Uwe Baatsch-Glaser , Wormser Zeitung vom 21.11.2007

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