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Donati Swing Ensemble

Donati Swing Ensemble

Donati-Swing-Ensemble

Mit Django Reinhardts Komposition “Les Yeux Noirs – Schwarze Augen“ begann das Donati Swing Ensemble überaus stimmungsvoll. Karl-Heinz Brück, der 1. Vorsitzende des Jazzclub Rheinhessen, begrüßte die leider wohl wegen des miserablen Wetters nicht allzu zahlreich erschienenen Gäste. Der zweite Clubabend des Jahres fand wieder statt im gemütlich mit Kerzen beleuchteten Raum des Weingutes Junghof der Familie May-Jung in Undenheim.

Das Donati Swing Ensemble wurde 2007 von fünf Wendelsheimern gegründet. Initiator Wolfgang Lang, der in Wendelsheim einen Blumenladen nebst Gärtnerei betreibt, ist als Gitarrist in der rheinhessischen Musikszene kein Unbekannter: in den Formationen „The Wheels“ oder „Chantal“ hat er bereits Duftmarken hinterlassen. Mit seinem Sohn Manuel an der zweiten Gitarre und dem aus Bosnien stammenden Bassisten Omer Varmaz, der nur ein paar Häuser weiter wohnt, wurde zu Anfang ein Trio gebildet, um sich dem Gipsy-Swing á la Django Reinhardt und Stephane Grappelli zu widmen. Später brachte der Bassist noch den aus dem Vogtland stammenden Thomas Nestler mit, der Mandoline spielt und sich zudem zutraut, das eine oder andere Lied zu singen. Um die Klangfarbe von Grappelli ins Ensemble zu bringen, wurde mit Franz Klemm noch ein Geiger integriert. Da vier der fünf Musiker in bzw. in unmittelbarer Nähe der Donastraße wohnen, verfiel man auf den Namen “Donati“ Swing Ensemble.

Beim Clubabend des Jazzclubs trat man ohne Geige auf, dafür spielte Susanne Nestler, die 21-jährige Tochter von Thomas Nestler, einige Stücke auf der Klarinette mit. Susanne, die auch von Reimer von Essen, dem Leader und Klarinettisten der Frankfurter Barrelhouse Jazzband, Unterricht erhielt, blies ihr Instrument im “Jüdischen Hochzeitstanz“ oder in Sholom Secundas  “Bei mir biste scheen“ im Klezmerstil.

Das Repertoire der Formation besteht aus Titeln von Django Reinhardt, traditionellen Jazz-Standards, eigenen Kompositionen und Evergreens. So wurden Django Reinhardts Kompositionen “Minor Swing“ und “Belleville“ ebenso mitreißend interpretiert wie der Standard “Sweet Georgia Brown“ oder Duke Ellingtons “Caravan“. An Eigenkompositionen steuerte Wolfgang Lang Stücke wie “Dauerwelle“, “Tabula rasa“, “Johann, lass das Saufen sein“ oder “Lupus“ bei. “Danca da brusca“ erklang dank Manuel Langs Kastagnetten sehr authentisch im Flamenco-Stil. Passend zum aktuellen Wetter kam in “Bueno vacance“ ein Regenrohr zum Einsatz. Mit Mozarts “Rondo alla Turca“ wagte sich das Ensemble sogar an ein klassisches Thema, während es im Evergreen “Gisela“ dann wieder eher volkstümlich zuging. Jedenfalls konnten sich die Zuhörer nicht über mangelnde Abwechslung beschweren.

Der Abend war bereits fortgeschritten, als Lokalmatador Reinhold Ruhe seine Posaune auspackte und bei einigen Stücken wie bei Kurt Weills “Meckie Messer“ oder dem Standard “All of me“ mit jammte, wobei er mit seinem urigen Gesang besonders zu gefallen wusste. 1968 hatte die walisische Sängerin Mary Hopkins mit „Those were the days“ einen internationalen Erfolg. Als besonderen Gag interpretierte das Quintett zum Abschluss des gelungenen Abends das Stück in russischer Sprache. Musikalisch ließ der Clubabend kaum etwas zu wünschen übrig. Mit viel Beifall wurde das Donati Swing Ensemble verabschiedet. Wer wegen der ungünstigen Witterung nicht gekommen war, hatte guten Grund, sich zu grämen.

Ludwig Lang

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