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Clubabend im November 2012

Clubabend des Jazzclub Rheinhessen

05. 11. 2012 im Weingut Junghof, Undenheim mit den NIBELUNGEN JAZZERN

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Mit der flotten New Orleans-Nummer “Algiers strut“ beginnen die Nibelungen Jazzer recht schwungvoll. Vorsitzender Karl-Heinz Brück kann leider nur wenige Jazzfreunde im gemütlichen, mit Kerzen beleuchteten Weingut Junghof der Familie May-Jung in Undenheim begrüßen. Wie sich im Verlaufe des Abends herausstellt, hätte der Clubabend mehr als die gut zwanzig Gäste verdient.

Mitte der 1990er Jahre gründeten die damaligen Clubmitglieder Gerhard Bleckmann und Jürgen Keller die Riverside Ramblers. Etwa zehn Jahre danach haben sich die beiden mit fünf Liebhabern des traditionellen Jazz zu den „Nibelungen Jazzern“ zusammengefunden. Weil der größte Teil der Musiker in Worms und der näheren Umgebung beheimatetet ist kam man auf den Bandnamen. Im Logo der Band befindet sich der Turm der Wormser Nibelungenbrücke, der in der Zeit gebaut wurde, als in New Orleans Louis Armstrong geboren wurde, der später den traditionellen Jazz in der ganzen Welt populär machte. Sein Kornett wurde auch in das Band-Logo mit aufgenommen.

Die Rhythmusgruppe besteht aus Heiner Rink am akustischen Piano, Detlef Richling am Banjo und Jürgen Keller am Sousaphon, während auf ein Schlagzeug verzichtet wird. Willi Trost (Trompete und Gesang), Jaromir Holec (Klarinette), Gerhard Bleckmann (Sopran-Saxophon) und Michael Schröder (Posaune) bilden die Frontline.

Michael Schröder aus Sandhausen führt informativ durch das Programm. Zu jedem Stück hat er eine interessante Geschichte parat. Beispielsweise wurde der 1915 komponierte Song “Darktown strutter’s ball“ 1917 von der Original Dixieland Jazzband aufgenommen, womit die Geschichte der Jazz-Schallplatte begann. 1963 ist der Song in die 16 “All Time Hits“ gewählt worden. In Deutschland wurde das Stück als Miezekatzenlied bekannt: In Loriot-Sketchen sang Wum „Ich wünsch‘ mir ’ne kleine Miezekatze für mein Wochenendhaus“.

In einigen Stücken tun sich Bandmitglieder als Solisten besonders hervor wie Klarinettist Jaromir Holec in “Creole jazz“, einer Komposition das Franzosen Claude Luter aus den 1950er Jahren. Nicht alltäglich ist auch die Interpretation des “Wild cat blues“, der 1955 vom englischen Monty Sunshine Trio mit Chris Barber am Bass und Lonnie Donegan am Banjo zum Hit avancierte. Wiederum Jaromir Holec an der Klarinette spielt das Stück im Duett mit Multiinstrumentalist Michael Schröder am Sousaphon. Auch die häufigen Gesangseinlagen von Willi Trost sorgen für zusätzliche Abwechslung.

Auszusetzen gibt es an den Darbietungen der Nibelungenjazzer kaum etwas, außer dass das Zusammenspiel zum Beginn einiger Stücke nicht immer passt, was durch die Spielfreude der Bandmitglieder dann wieder mehr als wettgemacht wird. Vielleicht lässt sich auch noch anmerken, dass man bei den karibischen Klängen in “Martinique“ das Schlagzeug vermisst – aber das tut der tollen Stimmung, die gegen Ende der Veranstaltung immer heimeliger wird, keinen Abbruch. Sei es im Gospel “Just a closer walk“, in dem Clubmitglied Reinhold Ruhe eine urige Gesangseinlage beisteuert oder im vorletzten Titel “Carry me back to old Virginia“, als Jürgen Keller ein längeres Solo auf der Mundharmonika zum Besten gibt.

Mit “Till we meet again“ (“Bis wir uns Wiedersehen“) verabschieden sich die Nibelungenjazzer vom zufriedenen Publikum. Hausherr Rudolf May-Jung vom Weingut Junghof äußert sich begeistert vom traditionellen Jazz an diesem Abend. Vorschläge zum besseren Besuch der Clubabende werden gerne entgegen genommen.             Ludwig Lang

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