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Blues- und Boogie Night

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Wer annahm, dass die angekündigten vier Pianeure mit ihrem Programm “Grand Piano Night Of Early Jazz & Boogie Woogie“ wenig Abwechslung bieten würden, hatte sich getäuscht. Was Jan Luley und seine drei Mitstreiter Christian Christl, Matthias Heiligensetzer und Edwin Kimmler den Jazzfreunden in der gut besuchten Saulheimer Sängerhalle boten, war äußerst kurzweilig und Jazz vom Feinsten, der die Besucher immer wieder von den Sitzen riss.
Nachdem sich die Akteure mit der Boogie Improvisation “Warm up“ warm spielten, begann Matthias Heiligensetzer die Solorunde mit dem bekannten “Night Train“ und einer Boogie-Fassung Nikolai Rimski-Korsakows Hummelflug, dem “Bumble Boogie“, während sich Christian Christl mit dem „Basin‘ Street Blues“ pianistisch und gesanglich präsentierte. Nach einer ausgedehnten Darbietung des Minstrel Songs “Swanee River“ aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, verzauberte Jan Luley mit der kreolischen Volksweise “Mettez Idehro“, die er aus Martinique mitbrachte, das Publikum. Mit den Füßen stampfend und ekstatisch über die Bühne hüpfend wie ein Derwisch brachte Edwin Kimmler mit dem Titel “Bo Diddley“ des gleichnamigen Bluesmusikers mit der bluesharp die Sängerhalle zum Kochen. Er beendete den ersten Set mit “Old Time Rock and Roll“, mit dem Bob Seger 1978 einen großen Erfolg feierte.
Es war frappierend, wie die vier Pianeure Boogie Woogie, Blues, New Orleans, Gospel und karibisch-kreolische Klänge mit unfassbarer Fingerfertigkeit darboten. Dabei gingen sie teils äußerst fetzig und groovend, aber auch bei bluesorientierten Nummern sehr subtil und gefühlvoll zu Werke. Wenn dabei zwei oder sogar vier Pianisten an beiden Flügeln agierten, musste sehr „in time“ gearbeitet werden, wobei die Flügel extreme Unterschiede aufwiesen. Der riesige Schiedmayer-Flügel der Sängerhalle aus dem Jahr 1905 reagierte dabei wesentlich träger als der zierliche und um Jahrzehnte jüngere Bösendorfer-Flügel.
Zu Beginn des zweiten Sets wurde auch mit dem aus New Orleans stammenden Titel “Iko Iko“ das Publikum intensiv mit einbezogen. Im sogenannten “Second Line“-Rhythmus gibt die “First Line“ das Thema vor, während das Publikum, die “Second Line“, mit rhythmischem Klatschen und dem Gesang der Silben “Hey Now“ antwortet. In “I Get The Blues When It Rains” mit Christian Christl und Jan Luley an den beiden Flügeln und Edwin Kimmler an der Gitarre hatte Jan Luley noch eine Hand frei, um sich mittels Regenschirm zu schützen. In der Huey ‘Piano‘ Smith“-Komposition “Rockin‘ Pneumonia“ griffen Kimmler und Luley nochmals beherzt in die Tasten, ehe alle vier im letzten Stück des regulären Programms, einem Medley, ein gutes Dutzend mal den Stab weiterreichten.
Tanzende Damen im besten Alter vor der Bühne und nicht endender Beifall erzwangen noch Zugaben: Mit der Elmore James-Komposition “Shake Your Moneymaker“, mit der bereits Fleedwood Mac Furore machte, heizte Edwin Kimmler auf der bluesharp nochmals richtig ein, während sich die Akteure mit dem “How Long Blues“ nacheinander vom begeisterten Publikum verabschiedeten. Ludwig Lang

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