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Black and Blue in Guntersblum

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Es hat schon einen eigenen Charakter, in den Gewölbekeller hinabzusteigen und mit einem Glas in der Hand einen jazzigen Abend zu genießen. Die Wonnegauer Jazz-Formation „Black & Blue“ beschert dem Publikum ihre typische Mischung aus melodiösem Jazz, groovigem Funk mit Soul und Latinanklängen im Kleinkunstkeller des Museums am Kellerweg.

„Ich find‘ die Atmosphäre immer schön hier. Es gefällt mir jedes Mal. Und ich bin wieder sehr gespannt.“ Die Vorfreude einer Besucherin wird einmal mehr nicht enttäuscht. Es ist die sechste Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Rheinhessen, die hochkarätige Jazzmusiker im vollbesetzten „Saal“ präsentiert. „Ein bisschen eng auf der Bühne mit Instrumenten plus Hightech“, stellen die Musiker fest. Und grooven das cool weg. Beim Publikum nicken die Köpfe und wippen die Füße. Cool kann auch stehen für Routine der Formation, die sich 2009 als Quartett gegründet hat. Aber spannend wird’s mit den Soloparts und Improvisationen, wenn sich Erich Kulling (Drums), Gundolf Bauss (Bass), Rainer Ackermann (Sax) und Bernd Kulzer (Piano) pointiert aus- und einklinken, zurücknehmen und sich beim Mainpart abwechseln. Die scheinbar willkürlichen Übergänge bezeugen musikalischen Einklang auf hohem Niveau von souligen Rhythmen und jazzigem Sound.

Als special guest bereichert Thomas Roscoe Weiland den Abend. Der junge Dozent für Posaune an der „School of Music“ Ludwigshafen ist bei unterschiedlichen Genre-Formationen und Bigbands engagiert und nimmt auch bei „Black & Blue“ gekonnt jeden Ball auf, ob synchron oder solo.

In intimer Atmosphäre sind Musiker und Publikum ganz dicht beieinander: Kammer-, pardon Kellerkonzert mit echtem Clubcharakter. „Wir Musiker lieben diese Nähe“, sagt Ackermann. Sie wechseln von Jazz-Legenden wie Klaus Doldinger zu Duke Ellington oder David Sanborn, einem der gefragtesten „Session Players“ der 70er und 80er Jahre. Und wer nicht gleich weiß, dass „Mercy, Mercy, Mercy“ eine Jazz-Komposition von Joe Zawinul aus dem Jahr 1966 ist, der erfährt das bei den Ansagen des Szene-Schlagzeugers Erich Kulling. Der bereichert mit seinem Fachwissen kein bisschen oberlehrerhaft und lobt immer wieder das Publikum.

Mit Spielfreude und einfühlsamer Fantasie hört man einen Jeff Lorber neu oder auch „Lotus Blossom“ (Duke Ellington) blumig und sehnsuchtsvoll. „Mit dem fünften Mann dauern die Nummern länger“, stellt Kulling mit Blick auf Weiland an der Posaune erstaunt fest. Das allerdings findet ungeteilten Zuspruch bei den Jazzfreunden im Auditorium. Teilweise wird von den Stühlen aus mitgehottet. Soulful, seelenvoller Jazz berührt und funktioniert ganz hautnah.         Bina Stutz

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