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Barrelhouse-Jubiläumskonzert

Jubiläumskonzert: Barrelhouse Jazzband mit Angela Brown,

2011

Jubilaeumskonzert-2011

Angela Browns Wurzeln liegen im ekstatischen Gesang der Gemeindmitglieder der farbigen Baptisten. Wie sonst könnte sie mit solcher Inbrunst und weit tragender und kraftvoller Stimme „Just a closer walk with Thee“ intonieren. In Chicago hatte man die Sängerin als „the hottest girl in Town“ gefeiert. Jetzt reißt sich gemeinsam mit der Frankfurter Barrelhouse Jazzband das Publikum beim Jubiläumskonzert in der Wörrstädter Neubornhalle zu Begeisterungsstürmen hin. In die heiseren, bluesgesättigten Tiefen schiebt sie hin und wieder hohe Kiekser ein rollt mit den Augen, bleckt breit lachend die reinweißen Zähne. Ihre ausdrucksstarke Stimme verfügt über ein Volumen, das ohne Anstrengung mit den begleitenden drei Bläsern mithalten kann. Frank Selten mit Tenor- und Baritonsaxophon, Horst Schwarz mit Trompete und Posaune sowie Bandleader Reimer von Essen mit Klarinette und Altsaxophon, sind sensible Begleiter der Sängerin.

Passend zur Adventszeit präsentieren die stimmgewaltige Sängerin und die derzeit beste deutsche Band des traditionellen Jazz „Spirituals from New Orleans“. Und wie die Brassbands in den Gottesdiensten der Farbigen, marschieren die Bläser der Barrelhouse durch den gut gefüllten Saal, während die Rhyhthmusgruppe auf der Bühne sie mit Marschrhythmen stützt. Aus „Just a little while to stay“ werden mehr als zwei Stunden, die mit der Bühnenpräsenz der Entertainerin und den launig-lehrreichen Anmerkungen des Bandleaders wie im Flug vergehen.

 Von tiefer Spiritualität geprägt ist Angela Browns „Swing low sweet Chariot“ im Duo mit Christof Sänger, der als Pianist der Band im Blues und dem blues-getränkten Gospel ebenso zuhause ist wie in den rein geistlich inspirierten Spirituals sowie dem Jazz. Seine hymnisch-sakralen Piano-Einleitungen wie in „Glory Hallelujah“ animieren das Publikum zum Mitklatschen. In der Frontline lassen die Bläser ihre Instrumente jubilieren, Roman Klöcker reagiert auf die Sängerin im Ruf-Antwort-Spiel mit kurzen Akkordfolgen, kleinen Single-Note-Trauben sowie Trillern auf der Gitarre.

„Angela Brown, berühmte durch die Rolle der Bessie Smith in einem Musical entwickelt ihre größte Intensität beim Gospel“, kündigt Reiner von Essen die Sängerin an. Mit einer gefühlvollen Interpretation von „Please send me someone to love“ wird Künstlerin den Vorschusslorbeeren gerecht. Schwarz unterstreicht die Stimmung mit einem weichen Solo auf der gestopften Trompete und Sänger mit einem perlenden Pianolauf. Witzig und geistreich stellt Brown ihre Komposition „Hold me close“ sowie das nachfolgende „Search my heart“ vor.

Die Band interpretiert mit „Out south“ ein „kleines Juwel“ aus einer Duke-Ellington-Suite, ein anderes Mal lässt von Essen seine Klarinette in einem Solo kraftvoll in den oberen Tonlagen mit Vibrato parlieren, Selten führt die Sängerin mit cantablen Linien auf dem Tenorsaxophon oder bläst sonor das Baritonsaxophon. Cliff Soden reißt eine Rhythmusfigur in Slap-Technik aus den Saiten, zupft den Kontrabass zumeist aber straight marschierend. Michael Ehret baut mit ihm banddienlich das rhythmische Fundament auf dem Schlagzeug. Zum Final überschüttet das begeisterte Publikum die Künstler mit Applaus und erzwingt damit Zugaben.

Klaus Mümpfer

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