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Barrelhouse Jazz-Gala 2013

Mit Bechet Band und Sänger Mahogany

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Gefühlvoll und beseelt interpretiert Kevon Mahogany, der Hüne aus Kansas City, mit seinem warmen und tiefen Bariton die Ballade „My Romance“ nach der lyrischen Einleitung des Pianisten Christof Sänger. Dass seiner Stimme wenig Grenzen gesetzt sind, beweist der Gast der Barrelhouse Jazzband bei deren Gala zum 60jährigen Bestehen wenig später bei Billy Strayhorns „Take the A-Train“ zunächst im Duo mit dem Pianisten, dann mit Unterstützung der Rhythmusgruppe der Barrelhouse. Mahogany, der in dem Kultfilm „Kansas City“ in die Rolle des Sängers Jimmy Rushing schlüpfte, bewegt sich im Bebop ebenso sicher wie im Swing, in Balladen sanft, aber mit kraftvoll tragendem Organ in schnellen Stücken. Er fasziniert mit  virtuoser Stimmführung in dem Klassiker „Caravan“, zu dem Sänger flinkfingrige Tastenläufe und Schlagzeuger Michael Ehret ein komplexes Drum-Solo beisteuern.

Zum Jubiläumskonzert in der ausverkauften Nieder-Olmer Ludwig-Eckes-Halle hat die Barrelhouse Jazzband als Gast die „Sidney Bechet Paris Swing All Stars“. Unter der Leitung des Sopransaxophonisten Olivier Franc, der als authentischster Vertreter der Bechet-Schule gilt, erweckten die Band mit dem Bechet-Sohn Daniel am Schlagzeug die Kompositionen des kreolischen Komponisten, Sopransaxophonisten und Klarinettisten zu neuem Leben. Francs Lead-Stimme am Saxophon prägt nicht nur Stücke wie „Summertime“ oder „On the sunny side oft he street“ mit einem Sololauf bis in die High-Note-Lagen, sondern auch kreolische Stücke wie Bechets „Madame Beccassine“, in dem der Saxophonist auch singt.

Gelegenheit zu einem Solo auf dem Flügel bietet sich dem Sohn Jean-Baptist Franc mit einer langsamen, klassisch wirkenden Intro, die Richard Wagners „Tannhäuser“ entlehnt ist. Im Verlauf nimmt das Spiel an Intensität und Tempo zu, wenn der jungen Künstler es mit schnellen, swingenden Passagen dem Harlem-Stride-Pianisten Donald Lambert widmet. Daniel Bechet, der neben Vater und Sohn Franc noch den Posaunisten Benoit des Flamesnil, den Bassisten Gilles Chevaucherie und den Trompeter Jerome Echteberry um sich versammelt, reißt die Zuhörer mit einem rhythmisch verzwickten Solo in der „Drum-Fantasy“ von den Stühlen.

Die Frankfurter Barrelhouse Jazzband blickt in ihrem Konzertteil auf sechs Jahrzehnte Bandgeschichte zurück. Sie erinnert an die stilistischen Schwerpunkte: die Musik aus New Orleans, den Blues und den Boogie, an die Ellington-Phase und die kreolischen Vorlieben. Die Musiker eröffnen den Abend mit einer der frühesten Jazzkompositionen, Humphrey Lytteltons „Red beans and rice“. Eines der frühesten Stücke im Barrelhouse-Repertoire ist ein Blues von Cab Calloway, der beim Nieder-Olmer Konzert Assoziationen an den „Tiger Rag“ weckt. Neben den kreolischen Rhythmen und dem Jazz früher Orchester aus New Orleans pflegt die Barrelhouse Jazzband immer auch den Blues. „Der Blues ist das Herz der Musik“, betont der Klarinettist, Saxophonist und Bandleader Reimer von Essen. Und so begeistern die Musiker mit der Mezzrow-Bechet-Komposition „Really the Blues“. „Dieses Stück hat uns Sidney Bechet 1967 persönlich beigebracht“, erinnert sich von Essen. Der historische Streifgang endet mit Eigenkompositionen wie dem kreolisch inspirierten „Barrelhouse Showboat“

Zum großartigen Finale jammten alle Künstler mit dem Sänger und reißen die Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hin. Kein Wunder, dass selbst kurz vor Mitternacht noch Zugaben fällig waren.

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