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30-jährige Liebesbeziehung

Jazzclub Rheinhessen feiert mit der Barrelhouse Jazzband  Geburtstag

Bläser_5883_Clubpage„Get rhythm in your feet and music in your soul“. Die Frankfurter Barrelhouse Jazzband fühlen sich diesem Leitspruch des 1906 in New Orleans geborenen Trompeters und Komponisten Henry Red Allan verpflichtet. In ihrer 63-jährigen Geschichte haben sich die Musiker um den Klarinettisten und Altsaxophonspieler Reimer von Essen das Grundsätzliche bewahrt: nämlich den traditionellen Jazz zu spielen und zu pflegen. Kein Wunder dass der Jazzclub Rheinhessen zum 30. Geburtstag des Vereins diese Band für das Jubiläumskonzert in die Wörrstädter Neubornhalle einlud. Schließlich hatten  in Wörrstadt die Initiatoren Peter Lawall und Hans Günter Schweers den Club mit Freunden gegründet und in Lawalls Scheune mit der „Barrelhouse“ das erste Konzert arrangiert.

30 Jahre später erinnert sich Reimer von Essen an diese Zeit und die gegenseitige „Liebe“ von Club und Musikern. Der Verein habe trotz der Führungswechsel sein Niveau gehalten und sei so zum Vorbild in Deutschland geworden. „Der Jazz lebt hier fröhlich weiter“, lobt der Bandleader.

Count Basies Besonderheit war ein gewisser Minimalismus. Auf dem Flügel begleitete er sein Orchester mit einem oder zwei Fingern der linken Hand. „Wir haben den ´How Long Blues´ nach diesen Vorgaben neu arrangiert“, erläutert von Essen. „Ein Finger bedeutet: beide Klarinetten spielen unisono, zwei Finger: sie spielen zweistimmig, drei Finger: ein weiteres Instrument kommt hinzu.“ Und so erfüllt der Blues mit einem anschließenden fulminanten, treibenden Solo des Pianisten Christof Sänger sowie dem filigranen und raffinierten Spiel des Gitarristen Roman Klöcker die akustisch hervorragende Halle.

Es sind die Spielfreude, die unauffällige Einbeziehung modernerer Klänge und Harmonien, die Vitalität und die originellen Improvisationen, die die Musik der Barrelhouse Jazzband so frisch und lebendig halten. Reimer von Essen bläst auch in den höchsten Lagen niemals spitz sondern seelenvoll seine Klarinette, Horst Schwarz verbindet dramaturgisch geschickt in Kompositionen und Spiel den Swing mit kreolischen Rhythmen und Frank Selten trägt seine klug aufgebauten Chorusse bei, wenn die Band den „Creole Swing“, das „Barrelhouse Showboat“ oder das balladeske „Everywhere“ anstimmen.

Lindy Huppertsberg streicht den Bass mit dem Bogen einfühlsam, lässt die Saiten in der Slap-Technik aber auch auf den Hals des Instruments knallen. Michael Ehret klopft die ungeraden Rhythmen im „Creole Swing“ mit den Händen auf den Fellen bevor er zu den Sticks greift.

Die Barrelhouse Jazzband hat schon vor der aktuellen Besetzung bei Kompositionen von Jelly Roll Morton, Duke Ellington, Fats Waller, Count Basie  und Zeitgenossen eine originäre und unverkennbare Klangsprache entwickelt. Die Zuhörer in der ausverkauften Neubornhalle applaudieren dem Club und den Musikern begeistert und werden mit einem Finale belohnt, bei dem die Bläser durch den Saal wandern.

Im Foyer war eine Ausstellung mit Dokumenten zur 30 jährigen Geschichte des Jazzclubs Rheinhessen – zusammengestellt von Renate Schweers zu sehen. Ausgewählte großformatige Fotos aus Veranstaltungen des Vereins präsentierte Mitglied Klaus Mümpfer.

Peter Lawall_5882_Clubpage Das Bild zeigt Gründungsmitglied Peter Lawall (Mitte)

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