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Winzer mit Liebe zum Jazz

Der neue Vorsitzende Karlheinz Belzer im Interview

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Karlheinz Belzer ist Winzer und führt das familieneigene Unternehmen bereits in der fünften Generation. Deshalb hat er sich lange überlegt, ob er in der Nachfolge von Karl-Heinz Brück den Vorsitz des Jazzclubs Rheinhessen übernehmen soll. „Ich habe mich dann für die Annahme des Amtes entschieden, weil ich wollte, dass der Jazz in Rheinhessen ebenso wie der immerhin 25-jährige Club eine Zukunft haben“, sagt Belzer. Die Mitglieder honorierten seine Liebe zur Jazzmusik und sein seit 17 Jahren währendes Engagement im Verein. Sie wählten Karlheinz Belzer am 11. März einstimmig.

Der neue  Vorsitzende hatte bereits in der Jugend die Musik entdeckt. Zwar spielte der Vater Akkordeon und zuweilen Swing, doch dass ihm die Liebe zum Jazz in die Wiege gelegt wurde, kann man nicht gerade sagen. „Als ein Kinder sechziger Jahre wuchs ich eher mit der Rockmusik auf“, erinnert sich Belzer. Damals hatte sich im Guntersblumer Gasthaus „Rebstock“ ein „Beatclub“ festgesetzt. „Dort spielten Shamrock, die Rattles, Creation sowie eine Reihe prominenter Rock- und Beatbands. Und ich war Stammgast.“ Von der Rockmusik arbeitete sich der junge  Belzer über den Rockjazz eines John McLaughlin, Volker Kriegel oder des United Jazz + Rockensembles schließlich zum Jazz und Blues vor. „Neben der Arbeit im Weingut war die Musik mein Ausgleich“, stellt der Winzer und Jazzfreund rückblickend fest.

Den traditionellen Jazz aus New Orleans und der Swingzeit, wie ihn der Jazzclub Rheinhessen besonders pflegt und in Konzerten anbietet, entdeckte Karlheinz Belzer erst später, als er während der Zeit von „Jazz in den Weingütern“ und mit Beginn der Hoffeste den Kontakt zu Musikern dieses Genres fand. Heute zählen Besuche der Festivals in Bingen, Worms, Idstein und Dresden zu den liebgewonnenen Gewohnheiten des Ehepaars Belzer.

Doch stilistisch festgelegt ist der Vorsitzende auch heute nicht. Neben dem traditionellen Jazz hat er sich offene Ohren für den modernen Jazz, den Blues, die Cajun-Musik oder den World-Jazz bewahrt. „Ich achte bei der Auswahl der Gruppen und Musiker bei meinen Hoffesten immer auf Abwechslung“, sagt Belzer. „In den Jahren haben bei mir gut und gerne 45 Bands unterschiedlicher Stilrichtungen gespielt.“ Und so ist er der einzige der Guntersblumer Winzer, der gleich an drei Tagen Hoffest Jazzgruppen spielen lässt. Dieses Jahr sind es 14., 15. Und 16. Juni.

Seine Offenheit möchte Karlheinz Belzer auch als Vorsitzender des Jazzclubs Rheinhessen pflegen. Bei seiner Amtseinführung versicherte er den Mitgliedern: „Bei meinem Musikgeschmack bin ich nicht nur auf den traditionellen Jazz festgelegt. Ich höre auch gerne Herbie Hancock, Miles Davis oder Dave Brubeck.“ Er will den Weg konsequent fortsetzen, den er Club mit Konzerten des Pianisten Wolfgang Dauner, der Bassisten Vitold Rek und des Saxophonisten John Tchicai vorsichtig begann. „Unberührt bleiben natürlich die jährlichen Konzerte mit der Frankfurter Barrelhouse Jazzband, die für den Club und seine Gäste unverzichtbar sind.“

Zu den Ideen, die Karlheinz-Belzer in der kommenden Zeit zusätzlich umsetzen möchte, zählen Informationsabende über den Jazz, seine Techniken und Stile sowie eine Band aus den zahlreichen Musikern, die Mitglieder des Clubs sind.

Derzeit nimmt ihn jedoch die traditionelle Riverboat-Shuffle des Jazzclubs Rheinhessen in Anspruch. Am Samstag, 8. Juni, spielen auf der Fahrt von Bingen zur Loreley die Bands „Viva Creole“ und „Swing O Mania“ auf der „MS-Vater Rhein“. Das Schiff legt um 19 Uhr am Binger Hafen ab. Restkarten gibt es noch unter „karten@jazzclub-rheinhessen.de“.

Klaus Mümpfer

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